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Erdbeben in Haiti: Ausmaß der Katastrophe noch nicht absehbar

Es ist das schwerste Erdbeben seit 150 Jahren, was in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch auf der Karibikinsel Haiti passierte. Die Hauptstadt des ärmsten Staates der westlichen Welt, Port-au-Prince, ist in weiten Teilen zerstört. Die Schätzungen der Toten gehen bis zu 100.000. Inzwischen treffen viele freiwillige Helfer und Hilfsorganisationen in Haiti ein, darunter auch Wyclef Jean.

Das ganze Ausmaß der Katastrophe ist auch 24 Stunden nach dem Beben noch gar nicht abzusehen. Präsident Préval nannte die Zerstörung laut Zeit online 'unvorstellbar'. Es bestünde weiterhin die Gefahr durch einstürzende Gebäude und Seuchen. Auf den Straßen häufen sich die Schuttberge, Verletzte liegen einfach nur rum. Die Strom- und Wasserversorgung sowie Telefonnnetze sind nach dem Erdbeben zusammengebrochen. Erschwert werden die Bergungsarbeiten von Bränden.

Tausende Haitiner sind noch unter den Trümmern begraben, Überlebende suchen in den Schuttbergen mit bloßen Händen nach weiteren Personen, die die Katastrophe überlebt haben. Einige Krankenhäuser und Schulen sind zerstört, viele Kinder hätten sich beim Erdbeben gerade im Unterricht befunden. Die Krankenhäuser, die noch intakt sind, wären maßlos überfüllt.

Das Land Haiti war anscheinend völlig unvorbereitet auf solch ein verheerendes Erdbeben. Auf Hilfsmaßnahmen dürfe niemand hoffen. 'Es gab vorher keine medizinische Versorgung für die Bevölkerung und die wird es jetzt natürlich auch nicht geben', sagt Svenja Koch vom Deutschen Roten Kreuz laut Zeit online.

Dafür reagierte das Ausland schnell. Deutschland sicherte 1,5 Millionen Euro Hilfsgelder zu, die EU drei Millionen Euro. Die Weltbank sei bereit, 100 Millionen Dollar, das sind etwa 69 Millionen Euro, zur Verfügung zu stellen, Australien hilft mit neun Millionen Dollar und Brasilien mit zehn Millionen.

Aber nicht nur Gelder fließen nach Haiti. Die USA sandten Flugzeugträger, Schiffe, Flugzeuge und Hubschrauber für die Rettungsarbeiten. Viele Staaten, darunter auch Deutschland, haben bereits Hilfsteams nach Haiti geschickt. Der wohl berühmteste Haitiner, Wyclef Jean von den 'Fugees', hat sich laut 1Live ebenfalls in sein Heimatland aufgemacht, um aktiv zu helfen. Und die Hollywood-Stars Angelina Jolie und Brad Pitt sammeln im Kollegenkreis Spenden. Doch es wird lange dauern, bis sich der bettelarme Karibikstatt von dem Erdbeben, das zig tausende Todesopfer forderte und wodurch die Hauptstadt Port-au-Prince zerstört wurde, wieder erholen wird.

Bild: YouTube

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