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Erster freigelassene Guantánamo-Häftling erhebt schwere Vorwürfe

Nach Barack Obamas Ankündigung, das Gefangenenlager in Guantánamo schließen zu wollen, ist der erste Häftling unter seiner Präsidentschaft auf freien Fuß gesetzt worden. Wie der Spiegel-Online berichtet, ist der ehemalige Gefangene Binyam Mohamed nun in seine Wahlheimat Großbritannien zurückgekehrt und erhebt dort schwere Vorwürfe. Er sei gefoltert worden "wie im Mittelalter".

Seine Folter-Vorwürfe richten sich dabei explizit gegen die USA und den britischen Geheimdienst – damit erhöht der 30-jährige Äthiopier Binyam Mohamed den Druck auf die Regierung in London. Diese muss sich nun erneut dazu äußern, ob Agenten des Landes an folterähnlichen Verhörmethoden an Terrorverdächtigen beteiligt gewesen sind.

Seit 2004 saß Mohamed in dem Gefangenenlager wegen angeblichen Terrorverdachts ein. Ihm wurde vorgeworfen, sich in einem Al-Qaida-Lager in Afghanistan ausgebildet haben zu lassen. Festgenommen wurde er bereits im Jahre 2002 in Pakistan. Wie er weiter erklärt, wurde er darauf unter US-Gefangenschaft in Marokko, Pakistan und Afghanistan gefoltert und verhört. In den letzten Wochen wurde sein Fall immer prominenter, da sich Binyam Mohamed in einem Hungerstreik befand.

Die Vorwürfe gegen ihn wurden dann bereits im vergangenen Oktober fallen gelassen – allerdings dauerte es bis jetzt, ehe sich die USA und Großbritannien darauf einigen konnten, ihn nach England zu bringen. Dort droht der Londoner Regierung weiterer Ärger, sollten nach der Freilassung nun Details zu den Foltervorwürfen ans Licht kommen: "Ich will keine Rache. Nur soll die Wahrheit bekannt werden, so dass niemand dasselbe aushalten muss wie ich."

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