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EU-Beitritt: Kroatien ist das 28. Mitglied der Europäischen Union

Kroatien gehört ab dem heutigen 1. Juli 2013 der Europäischen Union an. Europäische Politiker haben dem kleinen Land an der Adria gratuliert, gleichzeitig aber weitere, umfangreiche Reformen angemahnt.

Der EU-Parlamentspräsident Martin Schulz sagte: "Es ist gut, wenn eine Familie wächst, vor allem unsere Familie der Werte, die Demokratie, Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit verpflichtet ist." Die Mitgliedschaft in der EU allein löse aber nicht die Probleme eines wirtschaftsschwachen Landes wie Kroatien. Auch Angela Merkel sieht Reformbedarf: "Gerade im Bereich der Rechtssicherheit und der Korruptionsbekämpfung sind noch viele weitere Schritte zu gehen." Ihre Abwesenheit bei den Feierlichkeiten in Zagreb begründete die Kanzlerin mit Terminschwierigkeiten, die kroatischen Medien werteten ihre Absage jedoch als "diplomatische Ohrfeige".

In Kroatien wurde der Beitritt zur EU gefeiert: Tausenden Kroaten und 170 internationale Vertreter feierten am Sonntagabend das Land als 28. Mitglied in der Europäischen Union. Anwesend waren auch die Spitzen von EU-Kommission und Europaparlament, außerdem zahlreiche Staats- und Regierungschefs der Nachbarländer. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso unterstrich, Kroatien sei nun an seinen "rechtmäßigen Platz", mitten im Herzen von Europa zurückgekehrt. EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy würdigte die Vorbereitungen und bisherigen Reformen Kroatiens. Er meinte, das Land sei sei ein gutes Beispiel und wichtiger Vorreiter für weitere Balkanländer wie Serbien, Mazedonien oder Albanien. Ministerpräsident Zoran Milanovic sprach von einer neuen Verantwortung Kroatiens, die umliegenden Staaten dabei zu unterstützen, die Kriterien Europas zu erfüllen.

Nach Slowenien ist Kroatien das zweite EU-Mitglied aus dem Ex-Jugoslawien. Die Länder der Region haben große wirtschaftliche Probleme - die Industrie ist schwer angeschlagen, die Arbeitslosenquote liegt bei etwa 20 Prozent, die Sozialsysteme sind marode und die öffentlichen Verwaltungen sind von Korruption durchzogen.

Die kroatische Außenministerin Vesna Pusic versicherte, dass der Beitritt Kroatiens keine Gefahr für die Steuerzahler der EU bedeute: Im Jahr 2014 und 2015 erwarte das Land ein starkes Wirtschaftswachstum. Die stellvertretende Ministerpräsidentin Milanka Opacic fügte hinzu, Kroatien habe sich auf den EU-Beitritt noch viel besser vorbereitet, als andere Mitglieder es in der Vergangenheit getan hätten.

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