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Europaparlament erlässt neue Gesetze für Tierversuche

In der Europäischen Union werden Tierversuche künftig strenger geregelt und kontrolliert – mit neuen Regelungen soll der Tierschutz in Zukunft einen höheren Stellenwert bekommen. Demnach wird es ab sofort verpflichtend, Alternativmethoden einzusetzen, sofern diese vorhanden sind. Tierschützer kritisieren indes, die neuen Regelungen seien verwässert worden und gehen daher nicht weit genug.

Gefordert wurde schon seit langem das totale Verbot von Versuchen an Menschenaffen, dieses aber kommt mit den neuen Regelungen des EU-Parlaments noch nicht zum tragen. Insgesamt aber wird Wissenschaftlern mit sofortiger Wirkung vorgeschrieben, weniger Tiere einzusetzen – darüber hinaus müssen Forschungsstellen vor jedem Versuch prüfen, ob den Tieren übermäßig viel Leid angetan wird.

Dafür werden Versuche künftig in drei Kategorien eingeteilt – leicht, schwer und mittel. 'Es muss dabei jedes Mal begründet werden, warum es ein Tierversuch sein muss, und dass es keine andere alternative Möglichkeit für diesen speziellen Fall gibt', erklärte ein Sprecher des Parlaments. Die Regelungen seien nun sehr strikt und genau definiert, den Tieren komme daher ein neuer großer Schutz zu Gute.

Tierschützer sehen dies jedoch nicht so, die Bundesregierung habe während der Beratungen die Richtlinien schwammig gemacht, wirklich strikte Regeln seien damit verhindert worden. 'Es ist eine Verbesserung, das kann man nicht bestreiten, aber wir sind der Meinung, es wäre mehr drin gewesen. Es gab enormen Druck von der Forschungslobby', so Martin Häusling von den Grünen.

Auch die Katholische Kirche meldete sich zu Wort, sie kritisierte die neuen Richtlinien vor allem, weil als alternative Methoden zu den klassischen Tierversuchen vor allem die Stammzellenforschung weiter an Gewicht gewinnen dürfte. Recht machen konnte es das EU-Parlament offensichtlich keiner Seite, die neuen Gesetze bei Tierversuchen aber sind mit Sicherheit ein Schritt in die richtige Richtung.

Quelle: Tagesschau.de
Bild: Flickr Tim Parkinson und RDECOM

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