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Willkommen auf dem Kartoffel-Planeten

Die erneute Vermessung der Form der Erde ergab jetzt Erstaunliches: Wir leben auf einer Kartoffel. Diese Form kommt allerdings nur zustande, wenn man die Erde anhand ihres Schwerefelds darstellt.

Die Schwerkraft wirkt nämlich nicht überall gleich auf der Erde. Regionen mit geringerer Anziehungskraft sehen auf dem jetzt veröffentlichten Bild der Erde eingedellt aus, während Bereiche mit stärkerer Gravitation wie Beulen erscheinen. Damit die Unterschiede überhaupt sichtbar werden, wurden sie mit dem Faktor Zehntausend multipliziert. Die unterschiedlichen Anziehungskräfte auf der Erde haben beispielsweise zur Folge, dass die Meerespegel der Ozeane sich bis zu 100 Meter unterscheiden.

Aufgenommen hat die Bilder der Forschungssatellit 'Goce' der europäischen Raumfahrtorganisation ESA. Seit 2009 hat er die Daten gesammelt, aus denen die Forscher nun das Schwerefeld der Erde präzise rekonstruieren können. Der Satellit hat dabei die gesamte Erdoberfläche vermessen. Seine Sensoren registrierten, wenn er stärker zur Erde hingezogen wurde bzw. sich weiter von ihr entfernte. Aus diesen Sensordaten lässt sich dann auf die unterschiedlichen Anziehungskräfte schließen.

Die Daten können nun dazu dienen, Meeresströmungen zu berechnen und Abweichungen durch Klimaveränderungen aufzuzeigen. Außerdem könnten sie das Verständnis der Bewegungen der Erdkruste verbessern, da diese im Zusammenhang mit den unterschiedlichen Anziehungskräften stehen. Eines Tages könnte so durch die Daten möglicherweise auch die Erdbebenvorhersage präzisiert werden.

Wohl kaum jemand hätte bis vor Kurzem erwartet, dass sich die Vorstellung der Menschen von der Form der Erde von der Scheibe über die Kugel hin zur Kartoffel entwickeln würde...

Quelle: abendblatt.de, focus.de, sueddeutsche.de
Bild: youtube.com

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