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Forscher entschlüsseln die Wirkung der Modedroge Spice

Das Geheimniss um die Kräuterdroge Spice scheint erforscht zu sein. Im vergangenen Monat berichteten wir über den umstrittenen Boom der Kräutermischung. Spice hat sich durch seine berauschende Wirkung zur legalen Modedroge entwickelt, keiner der Wirkstoffe verstößt gegen Gesetze. Nun fanden Frankfurter Forscher heraus, weshalb die Wirkung von Spice der von Cannabis ähnelt.

Der Rausch kommt den Konsumenten teilweise noch stärker vor als beim Marihuana-Rauchen, der Stoff ist allerdings weniger riskant zu beschaffen. Ganz legal in Headshops oder beim Online-Einkauf kommt man an die drei Spice-Sorten Silber, Gold und Diamant, zwischen 20 und 30 Euro kosten die Tütchen mit ca. 3g Inhalt. Dadurch, dass die Kräutermischung innerhalb weniger Monate mit vergleichbaren legalen Substanzen wie Smoke oder Yucatan Fire zur absolut gesetzestreuen Bio-Droge avanciert ist, ist auch das Interesse bei Medien und Forschung gestiegen. In der Schweiz unterliegt Spice z.B. schon der Tabakverordnung und ist verboten worden, in Deutschland ist ein Verbot so schnell nicht denkbar, da es sich um eine Mischung handelt.

In Frankfurt sind nun die Ergebnisse der ersten Studie veröffentlicht worden, die das Geheimnis der Spice-Wirkung teilweise lüftet. Holger Rönitz vom Pharma-Unternehmen THC-Pharm teilte mit, dass der berauschende Effekt auf eine THC-ähnliche Chemikalie in der Kräutermischung zurückzuführen sei. Der Stoff JWH-018 ist einst vom Forscher John W. Huffman an der Universität Clemston in den USA entwickelt worden, es handelt sich dabei um ein synthetisches Cannbinoid, also künstlich hergestelltem Cannabis. JWH-018 wird hauptsächlich in der Arzneimittelforschung eingesetzt und wirkt bis zu vier Mal stärker als gewöhnliches THC.

Dass Spuren von JWH-018 festgestellt werden konnten, war beinahe Zufall. Die Forscher nannten die Entdeckung die sprichwörtliche "Nadel im Heuhaufen". Die Ergebnisse veranlassten die Stadt Frankfurt nun dazu, die Konsumenten von Spice vor Inhalt und Wirkung der Biodroge zu warnen. Gesundheitsdezernentin Manuela Rottmann von den Grünen sagte: "Wir können nur warnen, sich darauf einzulassen." Holger Rönitz sieht den Konsumenten derzeit vor allem als "Versuchskaninchen", was natürlich Gefahren birgt. Nun wird nach den Forschungsergebnissen weiterhin geprüft, ob durch den Verkauf und Konsum der Modedroge Spice nicht doch gegen das Arzneimittelgesetz verstoßen wird.

Quelle: Spiegel Online, Netzeitung.de
Bild: Uasirius.com

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