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Forscher entwickeln menschliche Gelatine

Gummibärchen, Marshmallows, Tortenguss, Wackelpudding und unzählige Lebensmittel mehr bestehen zu großen Teilen aus Gelatine, die bislang aus tierischem Bindegewebe wie Haut und Knochen hergestellt wird. Nach Auffassung von Wissenschaftlern der Pekinger Universität für chemische Technologie könnte sich dies schon bald ändern. Sie haben erfolgreich Hefebakterien mit menschlichen Genen verbunden und so im Labor eine menschliche Gelatine geschaffen.

Ginge das Verfahren in die industrielle Produktion, ließen sich 300000 Tonnen tierische Gelatine jährlich durch das menschliche Produkt ersetzten. Dies würde nicht nur den Tieren zugute kommen, die menschliche Gelatine soll auch besser bekömmlich und gesünder sein. Schon heute wird daher Gelatine aus menschlichen Proteinen in manchen pharmazeutischen Produkten wie Pillen oder Impfstoffen verwendet.

Ob solche Vorteile die Skepsis der Verbraucher ändern können, ist aber fraglich. Es könnte eine Diskussion um Kannibalismus geben, auch wenn die menschliche Gelatine nicht aus menschlichem Gewebe hergestellt wird, sondern durch mit menschlicher DNA genmanipulierte Hefekulturen.

Ähnlich wie bei im Labor erzeugtem Fleisch, an dem derzeit weltweit intensiv geforscht wird und das angeblich nur noch sechs Monate vor einer potentiellen Markteinführung steht, haben die meisten Menschen bislang Zweifel an Lebensmitteln, die allzu offensichtlich im Chemielabor entstanden sind. Wenn es sich dann auch noch um ein Produkt aus menschlicher DNA handelt, wie die menschliche Gelatine, dürften die Vorbehalte der Käuferschaft noch einmal wesentlich größer sein.

Quelle: telegraph.co.uk

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