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Forscher können mit Computer Gedanken lesen

Mit Hilfe eines Computers Gedanken lesen zu können, das klingt recht unwahrscheinlich. Auch wenn sich Geschichten um telepathische Fähigkeiten schon seit Jahrhunderten erzählt werden und Illusionisten wie Uri Geller nie eindeutig des Betrugs überführt werden konnten, so halten wir das Lesen von Gedanken grundsätzlich nicht für möglich. Praktisch wäre es aber schon. Was wünscht sich die Geliebte wirklich zum Valentinstag? Blufft mein Gegner beim Pokern oder etwa doch nicht? Wissenschaftler geben bekanntermaßen längst nicht so schnell auf wie Normalos und haben nun auch Fortschritte im Bereich des Gedankenlesens erzielt.

Im Wissenschaftsmagazin "Science" haben die Forscher Tom Mitchell und Marcel Just nun ihr neues Computermodell vorgestellt. Die Experten von der Carnegie-Mellon-Universität in Pittsburgh (USA) wollen herausfinden, wie Begriffe im Hirn abgelegt und sortiert werden. Das könnte helfen, um z.B. Autismus oder Demenz zu behandeln. Ihr Modell basiert auf der Benutzung einer funktionellen Kernspintomographie (fMRT), wodurch zu jeder Zeit die aktiven Hirnregionen sichtbar gemacht werden können. So reagiert der Mensch, bzw. sein Hirn, auf ganz bestimmte Worte mit ganz bestimmten aktivierten Bereichen im Gehirn. Die Forscher aus Pittsburgh wollten im nächsten Schritt durch ihren Computer das ganze vorhersehbar machen, also Gedanken lesen.

Das Experiment funktionierte folgendermaßen. Zu 60 veschiedenen Worten wurden durch den fMRT Aktivierungsmuster im Hirn aufgenommen. Tiere, Gebäude und Gemüse waren z.B. die Kategorien, die mit Wörtern wie Hund, Bahnhof oder Apfel versehen wurden. Im Anschluss stellte man durch eine umfangreiche Textrecherche Verbindungen zwischen den Worten und bestimmten Verben her, also Profile. Was kompliziert klingt, ist eigentlich ganz simpel. Der Forscher Marcel Just dazu: "Die Bedeutung beispielsweise eines Apfels ist in Hirnregionen abgebildet, die für Schmecken, Riechen und Kauen zuständig sind. Ein Apfel ist also auch das, was man damit macht."

Schließlich konnten durch die Profile bestimmte Hirnmuster vorhergesagt werden und das sogar in 77% der Fälle. Na klar, das ist nicht gerade das, was man sich unter klassischer Telepathie vorstellt, aber es hilft das Gehirn zu entschlüsseln und so gegen bestimmte Hirnstörungen vorzugehen. Neben den medizinischen Zielen, wer weiß, vielleicht ist es ja bald möglich, mit einem Computer Gedanke zu lesen.

Quelle: Stern.de
Bild: Gaetan Lee (Flickr)

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