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Fotos von gefangenen Palästinensern auf Facebook sorgen für Ärger

Dass der Krieg immer wieder Menschen zu abscheulichen Dingen verleitet, ist hinlänglich bekannt – nun sorgen wieder einmal Fotos von gefangen genommen Palästinensern auf Facebook für mächtig Ärger. Die ehemalige israelische Soldatin Eden Abergil hatte laut Informationen von Welt.de auf ihrem Profil erniedrigende Aufnahmen von Palästinensern hochgeladen, auf ihnen posierte die junge Frau ganz schamlos.

Sofort brach ein Sturm der Entrüstung los, auch das israelische Militär erklärte in einer prompten Stellungnahme, das Verhalten von Abergil sei 'beschämend, gemein und primitiv'. Die ehemalige Soldatin, die 2008 ihren Militärdienst abgeleistet hatte, zeigte sich jedoch überrascht von dem Ausmaß der Empörung. Sie könne die ganze Aufregung nicht verstehen und sei sehr enttäuscht von der Reaktion des Militärs.

Obwohl Eden Abergil zahlreiche Fotos von gefesselten Gefangenen mit verbundenen Augen veröffentlicht hatte, sehe sie kein Anzeichen, damit irgend jemand verletzt zu haben – auch böse Absichten seien nicht im Spiel gewesen. Ganz anders aber sah das erwartungsgemäß die palästinensische Autonomiebehörde, sie sprach von einer enormen 'Erniedrigung', die durch Abergil stattgefunden habe.

Menschenrechtsorganisationen gehen nun in die Offensive und wollen dokumentieren, dass der nun publik gewordene Foto-Skandal kein Einzelfall darstelle. Noch am gleichen Tag tauchten weitere Fotos auf, die neu gegründete Organisation mit dem Namen 'Das Schweigen brechen' soll auch auf Portalen wie Facebook dabei helfen, derartige Verfehlungen ans Licht zu bringen.

Doch nun muss sich das israelische Militär erst einmal mit den Trophäenfotos von Eden Abergil auseinander setzen. Es bleibt aber zu befürchten, dass es über die Bestrafung einer Einzelperson nicht hinausgehen wird. Zu häufig hatte es die Vergangenheit gezeigt, dass Krieg Menschen zu abscheulichen Taten verleiten kann – das zeigen auch die Fotos der gefangenen Palästinenser auf Facebook.

Bild: YouTube

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