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Foxconn: Selbstmordserie in China

Die Selbstmordserie im taiwanesischen Elektrokonzern Foxconn geht weiter. Ein weiterer Mitarbeiter hat sich jetzt getötet. Das wäre dann Selbstmord Nummer 11 seit Jahresbeginn. Zwei weitere Selbstmordversuche von Mitarbeitern scheiterten, beide verletzten sich schwer.

Mit dieser schauderhaften Selbstmordserie bangt Foxconn nun um sein Image. Um sich in besserem Licht darzustellen, lud der Chef des Mutterunternehmens Hon-Hai, Terry Kuo, Journalisten zu einem Rundgang durch Foxconn ein. Kuo wollte zeigen, dass die Vorwürfe der schlechten Arbeitsbedingungen Unsinn seien, berichtet die chinesische Agentur Xinhua.

Nur wenige Stunden nach diesem Rundgang ereignete sich dann der elfte Selbstmord eines Mitarbeiters des im chinesischen Elektronikstandort Shenzhen liegenden Großunternehmens. Der 23-Jährige sei um Mitternacht vom Balkon im siebten Stock seines Wohnhauses gesprungen, wie Augenzeugen laut Xinhua berichteten. Deswegen versucht nun Foxconn mit absurden und drastischen Mitteln, diese Selbstmorde zu beenden. Die Beschäftigten müssten sich dazu verpflichten, sich nicht selbst zu töten, berichtet SPIEGEL online. Außerdem würden die Arbeitnehmer der Firmenleitung mit ihrer Unterschrift erlauben, dass sie 'zu ihrem eigenen Schutz' in psychiatrische Behandlung geschickt werden dürften.

Über 300.000 Beschäftigte arbeiten bei Foxconn und stellen Elektronikartikel für Sony, Apple, Hewlett-Packard oder Dell her. Die Unternehmen wollen laut SPIEGEL online nun die Arbeitsbedingungen überprüfen lassen. Denn viele der Arbeitnehmer würden isoliert auf dem stadt-ähnlichen Werksgelände in Wohnheimen wohnen. Arbeitnehmervertreter meinen, die miserablen Arbeitsbedingungen und schlimmen Führungsmethoden bei Foxconn seien Schuld an der Selbstmordserie.

Bild: Website Foxconn, YouTube

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