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Frankreich: Kein Austritt von Radioaktivität nach Unfall in Atomanlage

Gestern kam es in einer Atomanlage in einem stillgelegten Atomkraftwerk in Frankreich zu einem Unfall. Bei der Explosion im südfranzösischen Marcoule wurde ein Mensch getötet, vier weitere wurden verletzt. Nach Angaben der Behörden wurde keine Radioaktivität freigesetzt. Die Ursache für die Explosion ist bislang noch unklar.

Nach dem Unfall wurde aus Sicherheitsgründen zunächst mit der Einrichtung einer Sicherheitszone um das Atomkraftwerk begonnen. Schnell kam jedoch die Entwarnung, dass keine radioaktive Strahlung ausgetreten sei. Bei dem Unglück handele es sich um einen Industrieunfall, nicht um einen Atomunfall, so ein Sprecher des Stromkonzerns EDF. Ein eingerichteter Krisenstab, wurde bereits wenige Stunden nach dem Unglück wieder aufgelöst.

Die Explosion ereignete sich in einem Brennofen für leicht radioaktive Abfälle, in denen Kleidung von Atom-Arbeitern oder geringfügig kontaminierter Beton verbrannt wird. Das Anlagen-Gebäude wurde durch die Detonation nicht beschädigt. In der Anlage wird auch aus abgebrannten Brennstäben das hochgiftige Uran-Plutonium-Gemisch MOX hergestellt.

Frankreich verfügt über 58 Atomkraftwerke und ist der größte Atomstrom-Produzent Europas. 80 Prozent seines Strombedarfs deckt Frankreich aus Atomkraft, erneuerbare Energien spielen im Land keine nennenswerte Rolle. Die Regierung und große Teile der Bevölkerung sind trotz Tschernobyl und der Katastrophe von Fukushima von der Sicherheit französischer Atomkraftwerke überzeugt. Die Nachricht vom Unfall am Atomkraftwerk Marcoule, schlug in den französischen Medien auch weit weniger Wellen als hierzulande.

Quelle: stern.de, welt.de, spiegel.de

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