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Frankreich: Wer Menschen zur Magersucht verführt wird bestraft

Viel wird über magersüchtige Frauen, Schauspielerinnen und Models gesprochen. Immer wieder heißt es, dass es nicht schön und vor allem krank sei und dennoch scheint sich in der Mode- und Medienwelt nichts zu ändern.

Aber in Frankreich wird nun durchgegriffen: Wer Menschen zur Magersucht verführt, wird künftig bis zu zwei Jahre ins Gefängnis gehen müssen oder zahlt eine Geldstrafe in Höhe von bis zu 30.000 Euro. Bei dadurch verursachten Todesfällen steigt die Strafe bis auf drei Jahre Haft und 45.000 Euro Strafe.

Nach dem Entwurf macht sich jeder Strafbar, der "einen Menschen dazu bringt, eine exzessive Magerkeit" anzustreben, indem die Opfer zu einer gesundheits- oder gar lebensgefährdenden Beschränkung der Nahrungsaufnahme angestiftet werden.

Internetseiten, Magazine, TV-Programme oder Model-Agenturen - sie sollten zukünftig auf ihre Botschaften achten.

Auch die Vorsorgeunterschungen der Kinder ab 12 Jahren, soll in Zukunft die Magersucht einschließen. Und die Gesundheitsvorschriften für Models sollen verschärft werden: "Wer auf den Laufsteg will, muss eine gewisse Gewichtsgrenze einhalten", so Gesundheitsministerin Roselyne Bachelot.

Die oppositionellen Sozialisten sowie Kommunisten und Grüne enthielten sich bei der Abstimmung über den Gesetzentwurf. Aus ihrer Sicht setze der Entwurf allein auf Bestrafung und gehe das eigentliche Problem der Magersucht nicht an.

In Frankreich sind nach Regierungsschätzungen 30.000 bis 40.000 Menschen magersüchtig. 90% von ihnen sind Frauen und Mädchen, wobei die höchsten Zahlen im Alter von zwölf bis dreizehn Jahren und zwischen 18 und 19 Jahren verzeichnet werden.

Wie man der Internetseite www.magersucht.de entnehmen kann, leiden in Deutschland etwa 5 Millionen Frauen und Männer an Essstörungen, davon haben 3,7 Millionen gefährliches Untergewicht. Die Zahl der Magersüchtigen verdreifachte sich in den letzten zehn Jahren wobei die Gesellschaft und die Medien nicht unschuldig sind. Allein das Beispiel der aufgeführten Schaufensterpuppen wirft Fragen auf: Denn diese haben heute 10cm weniger Hüftumfang und 5cm dünnere Oberschenkel als in den 20er Jahren. Und im Vergleich zu lebendigen Frauen messen sie 13,5cm weniger um die Hüfte und haben 10cm dünnere Oberschenkel.

Quelle: Stern-Online
Bild: Dániel Perlaky (Flickr)

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