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Friedensnobelpreis 2014 geht an die Kinderrechtler Malala Yousafzay und Kailash Satyarthi

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Der Friedensnobelpreis 2014 geht nach Indien und Pakistan an zwei Aktivisten für die Rechte der Kinder - Kailash Satyarthi und Malala Yousafzay sind die Preisträger. Dem Nobelpreis-Komitee in Oslo sei es wichtig gewesen, eine Muslimin und einen Hindu gemeinsam zu prämieren.

Kailash Satyarthi ist indischer Kinderrechtler, Malala Yousafzai ist eine Bildungsaktivistin aus Pakistan. Beide erhielten den Friedensnobelpreis für ihren Kampf gegen Unterdrückung von Kindern und Jugendlichen und für ihren Kampf um Bildung als das Recht aller Kinder der Welt. 60 Prozent der Weltbevölkerung derzeit sind 20 Jahre oder jünger, so Thorbjörn Jagland, der Sprecher des Nobel-Komitees. Es sei ein "wichtiger Punkt" gewesen, sowohl eine Muslime aus Pakistan sowie einen Hindu aus Indien gemeinsam auszuzeichnen.

Malala Yousafzai ist erst 17 Jahre alt - sie setzt sich seit ihrem elften Lebensjahr in Pakistan, ihrem Heimatland, für das Recht von Bildung für Mädchen ein. Als Bloggerin berichtete sie im Jahr 2009 für die britische BBC über das Vorgehen islamistischer Milizen, welche damals die komplette Kontrolle über den Distrikt Swat gewonnen hatten. 2011 erhielt sie für ihr Engagement schon den pakistanischen Friedenspreis und zwei Jahre später den Sacharow-Preis. Ihr Einsatz war nicht immer gefahrlos: Im Oktober 2012 war Malala Yousafzai in einem Schulbus von Taliban-Kämpfern in den Kopf geschossen worden - weil sie in den Augen der Taliban für antireligiöse Werte eintrat. Sie überlebte den Kopfschuss damals nur schwer verletzt. Im Juli hielt sie dann eine Rede vor der UN in welcher sie erklärte, dass ein Kind, ein Lehrer, ein Buch und ein Stift die Welt verändern könnten. Auch nach dem Attentat setzte sich Yousafzai weiterhin für das Recht von Mädchen auf Bildung ein. Sie rief dafür eine Stiftung ins Leben, die "Malala Education Foundation", welche weltweit Spenden für innovative Bildungsprojekte sammelt.

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Der 60-Jährige Kailash Satyarthi ist für seinen Einsatz gegen die Kindersklaverei in Südasien mit dem Friedensnobelpreis 2014 geehrt worden. 1980 war der Hindu zum Generalsekretär der "Bonded Labour Liberation Front" gewählt worden. Seitdem setzt er sich für die Bekämpfung von sozialer Ungerechtigkeit und Sklaverei, speziell von Kindern, ein. Im Jahr 1989 war er ein Mitbegründer der South Asian Coalition on Child Servitude (SACCS), des Südasiatische Bündnis gegen die Kindersklaverei. Dieses Bündnis umfasst mehr als 470 Partnerorganisationen in den Ländern Indien, Pakistan, Nepal, Bangladesh, Bhutan sowie Sri Lanka. Seit 1992 ist er ebenso Vorsitzender der SACCS. Kailash Satyarthi war maßgeblich an der Einführung des "Rugmark"-Kontrollsiegels beteiligt. Dieses kennzeichnet Produkte, die aus Betrieben stammen , die ohne Kinderarbeit auskommen. Darüber hinaus konnten aufgrund von Kailash Satyarthis Engagements zwei Rehabilitationszentren für ehemalige Kindersklaven, das "Mukti Ashram" in Delhi und d”as Bal Ashram" in Jaipur erbaut werden. Satyarthi ist überzeugt davon, dass Kinderarbeit die Armut anwachsen lasse, zu mehr Arbeitslosigkeit führe und der Analphabetismus steige. Aus diesem Grund kämpft er für "Ausbildung für Alle".

Die Woche der Nobelpreise geht mit der Verkündung der Friedensnobelpreisträger 2014 am heutigen Freitag nun zu Ende. Seit Montag waren die Nobelpreise 2014 in den Bereichen Medizin, Chemie, Physik und Literatur bekannt gegeben worden. Alle Nobelpreise sind mit jeweils rund 870 000 Euro dotiert und werden der Tradition entsprechend am 10. Dezember, an Alfred Nobels Todestag, feierlich verliehen.

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