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Fünf Tage nach dem Amoklauf von Winnenden

Der Amoklauf von Winnenden liegt nun fünf Tage zurück, der Schock sitzt bei allen Betroffenen noch immer tief. Schüler und Lehrer bemühen sich, nun langsam zur Normalität zurückzufinden, außerdem ist nun die Zeit politischer Debatten.

In der Albertville-Realschule ist der Unterricht auf freiwilliger Basis wieder aufgenommen worden. Das Schulgebäude selbst bleibt allerdings weiterhin geschlossen. Hier hatte Tim K. seinen schrecklichen Amoklauf begonnen, der am Ende mit ihm 16 Menschen das Leben kostete. Von Psychologen begleitet kommen Lehrer und Schüler nun in Gemeinde- und Sporthallen zusammen. Gerade in der kommenden Zeit, da mehrere Beerdigungen anstehen, sei der Unterricht aber keine Pflicht, betonte der Schuldirektor laut "n-tv".

Nach der ersten Ermittlungspanne der vergangenen Woche will die Polizei inzwischen festgestellt haben, dass Tim K. am Abend vor seiner Tat das brutale Computerspiel "Far Cry 2" gespielt hat. Das lässt allerdings weniger die erhofften Rückschlüsse auf Motive des Amokläufers zu, sondern könnte eher zu einer erneuten Aufbereitung der Killerspiel-Diskussion führen. Die aktuelle Debatte richtet sich mehr auf die Waffenpolitik. Kanzlerin Merkel setzt sich für stärkere Kontrollen ein. Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth fordert mehr: "In Deutschland befinden sich rund sieben Millionen gefährliche Schusswaffen legal in privater Hand. Bei dieser Zahl kann die Forderung nach Winnenden nur lauten: Abrüstung und Entwaffnung!"

Nachdem man hinter der Ankündigung der Tat im Internet eine Fälschung vermutete, wird auch hier nach Verantwortlichen gesucht. Erste Untersuchungen zeigen, dass die Fälschung aus dem Raum Düsseldorf stammen könnte. Streit gibt es inzwischen über die Frage, ob Tim K. in psychotherapeutischer Behandlung war. Laut "Welt Online" bestreiten die Eltern des Jungen diese Aussage und behalten sich rechtliche Schritte vor. Tim sei nur bei fünf ambulanten Sitzungen gewesen, der Begriff "psychotherapeutische Behandlung" entspräche einem dauerhaften, stationären Aufenthalt. Man vermutet juristisches Kalkül dahinter: Die Wortwahl zu Tims seelischen Zustand könnte Einfluss auf die strafrechtlichen Konsequenzen für den Vater haben, der die Tatwaffe ungesichert im Haus hatte.

Es bleiben weiterhin viele wichtige Fragen ungeklärt. Die Ermittler suchen noch immer nach Motiven, hat Tim K. die Opfer in seiner ehemaligen Schule zufällig oder gezielt ausgesucht? Die Zeit wird zeigen, ob die vielen Rätsel um den Amoklauf von Winnenden noch gelöst werden.

Bild: YouTube

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