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Gaddafi: Wutrede gegen Demonstranten und Ausland

Auf die Proteste in Libyen richten sich gerade alle Augen der Welt und trotzdem hat Staatschef Muammar el Gaddafi eine Rede gehalten, die allerorten nur für Entsetzen sorgte. Wegen der blutigen Unruhen und dem absoluten Chaos in seinem Land, will Gaddafi die Demonstranten weiterhin mit hartem Militäreinsatz und Luftangriffen niederschlagen. Er rief seine verbliebenen Anhänger sogar auf, selbst auf die Straße zu gehen: 'Geht raus und fangt diese Ratten'. Vermutungen, Gaddafi habe zusätzlich ausländische Söldner engagiert, konnten von der UN noch nicht bestätigt werden.

In seiner skurrilen Fernsehansprache geiferte Muammar el Gaddafi, unbedingt weiter gegen die Unruhen kämpfen zu wollen und zur Not als Märtyrer zu sterben. Verantwortlich für die seit einer Woche anhaltenden Proteste sollen nach Gaddafis Meinung drogenkranke Jugendliche und ausländische Medien sein. Spätestens mit dieser chaotischen Rede an das libysche Volk, lassen ausländische Regierungen ihre Bürger und Mitarbeiter aus dem nordafrikanischen Land ausfliegen. Etliche Transall-Flüge sind schon im Einsatz, um deutsche Bundesbürger aus Libyen zu fliegen, hieß es in Berlin.

Die Bundesregierung drohte mit harten Sanktionen, die Rede Gaddafis sei 'sehr, sehr erschreckend, insbesondere, weil er quasi seinem eigenen Volk den Krieg erklärt hat', sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel. 'Die Nachrichten, die wir aus Libyen (...) bekommen haben, sind in höchstem Maße beunruhigend.' Besonders der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu ist nun gefragt. In der größten Rettungsaktion in der Geschichte seines Landes wurden schon fast 5000 von insgesamt 25.000 Türken aus Libyen herausgeholt.

Auch der Weltsicherheitsrat erklärte angesichts der blutigen Unruhen in Libyen: 'Wir sind sehr besorgt, verurteilen die Gewalt und bedauern den Tod hunderter Menschen' Schätzungen zufolge soll es schon über 1000 Tote gegeben haben und die Italiener erwarten schon eine Massenauswanderung. 'Zu erwarten ist ein Exodus in biblischem Ausmaß, ein Problem, das niemand unterschätzen darf', sagte Außenminister Franco Frattini. 'Wir sprechen hier von zweieinhalb Millionen Menschen, die sich bei einem Zusammenbruch des Systems davonmachen, weil sie keine Arbeit mehr haben', erklärte er weiter.

Ein Verfahren gegen Gaddafi vor dem Internationalen Strafgerichtshof wollen nicht nur die Libyer, auch die Menschenrechtsorganisation Amnesty International fordert ein sofortiges Eingreifen der Staatengemeinschaft: 'Es besteht der begründete Verdacht, dass Gaddafi mit der rücksichtslosen Jagd auf Demonstranten in seinem Land Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen hat'. Mit Gaddafis Rede wurde nicht nur der Ölpreis weiter in die Höhe getrieben, es wurde buchstäblich Öl ins Feuer der Proteste gegossen und noch mehr internationale Verachtung für einen irrsinnigen Staatschef provoziert.

Quelle: n-tv.de
Bild: YouTube 1, 2

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