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Gaddafis Leichnam an einem geheimen Ort beigesetzt

Ex-Machthaber Gaddafi und sein Sohns Mutassim sind heute bei Sonnenaufgang in der libyschen Wüste beerdigt worden. Der genaue Ort bleibt allerdings unbekannt. Darüber berichtet der arabische Nachrichtensender al-Dschasira unter Berufung der Behördenkreisen.

Der frühere lybische Diktator war am vergangenen Donnerstag in seiner Heimatstadt Sirte getötet worden. Kämpfer des Übergangsrates hatten ihn vermutlich nach seiner Gefangennahme gezielt erschossen, doch die Umstände, unter denen der Muammar starb bleiben weiterhin unklar.

Die Leichen Gaddafis, seines Sohnes Mutassim und seines Armeechefs waren aus einem Lagerhaus in der Stadt Misrata an einen unbekannten Ort gebracht worden. Dort waren sie tagelang der Öffentlichkeit zur Schau gestellt worden. Nach islamischer Tradition müssen Muslime normalerweise innerhalb von 24 Stunden beigesetzt werden.

Eine neue grausame Entdeckung machte unterdessen die Menschrechtsorganisation Human Rights Watch: Sie fand in Sirte Indizen für ein Massaker unter 53 Gaddafi-Anhängern. In dem am Montag veröffentlichten Bericht hieß es, dass bei einigen der Toten die Arme mit Plastikbändern hinter dem Rücken zusammengebunden waren. Human Rights Watch forderte die neuen Machthaber auf, „eine unverzügliche und transparente Untersuchung der offensichtlichen Massenhinrichtung einzuleiten und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen“. Falls sich das Massaker bewahrheitet, wäre dies das schwerste Kriegsverbrechen im achtmonatigen Kampf gegen das Regime.

Für die Nato ist derweilen das Ziel ihres Militäreinsatzes in Libyen erreicht. Alle Gebiete Libyens seien laut dem Kommandeur des Einsatzes, General Charles Bouchard, heute unter Kontrolle des Nationalen Übergangsrates. „Die Gefahr organisierter Angriffe von Resten des Gaddafi-Regimes ist vorbei."

Quellen: stern.de, welt.de

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