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Giuseppe Spinelli: Drama-Entführung sorgt für Aufregung

Das ganze klingt wie ein schlechter Film: Vor wenigen Tagen wurde angeblich der ehemalige Buchhalter Giuseppe Spinelli entführt. Doch die Geschichte wirkt bei näherer Betrachtung sehr skurril und so rätselt mittlerweile nicht nur die italienische Bevölkerung über die tatsächlichen Hintergründedes Geschehens. Auch die Medien spekulieren: Handelt es sich bei dem Vorfall um eine tatsächliche Straftat oder ist alles nur eine riesige Show, um die Dramatik und Schuldvorwürfe von Berlusconi abzulenken.

Besonders brisant ist, dass die Polizei erst 31 Stunden von der angeblichen Entführung erfuhr. Zu dem Zeitpunkt war Giuseppe Spinelli schon wieder auf freiem Fuß. Die Welt rätselt nun darüber, ob und in welcher Höhe ein Lösegeld geflossen sein könnte - und vor allem wer die Empfänger dieses Geldes waren. Der Entführte spielte eine zentrale Rolle in den Prozessen rund um Berlusconi und seine berüchtigten Partys. Er war Mann, der die sogenannten Bunga-Bunga- Mädchen finanzierte. An jedem 15. des Monats überreichte er ihnen das Geld für ihre streng geheimen Dienste.

Story selbst für Fernsehsender zu absurd

Einem italienischen TV-Sender wurden die vermeintlichen Hintergründe der Tat zugespielt. Doch selbst für den sonst so rebellischen TV-Kanal klang diese Geschichte so realitätsfern, dass sie abgelehnt wurde. Angeblich soll der Buchhalter von Mafia-Bossen erpresst worden sein, Berlusconi anzurufen und ihm ein Angebot zu machen. In diesem zwielichtigen Tausch soll es um mehrere Millionen Euro gegangen sein. Die Bande habe angeblich Unterlagen, die belegen, dass die Richter, die Berlusconi damals zu einer massiven Geldstrafe verurteilten selbst korrupt waren. Würde dies stimmen, könnte dies eine große Erleichterung für den ehemaligen Staatschef Italiens darstellen.

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