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Grippeviren schwächer bei hoher Luftfeuchtigkeit

Je feuchter die Luft, desto niedriger ist die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung mit dem Grippevirus - das haben Forscher jetzt anhand von Puppen herausgefunden. Eine der Puppen pustete und die Zweite atmete in zwei Meter Entfernung ein.

US-Wissenschaftler kamen zu dem Schluss, dass eine hohe Luftfeuchtigkeit vor Grippeviren schützt. In einer Reihe von Versuchen fanden sie heraus, dass die Ansteckungswahrscheinlichkeit von Influenzaviren ab einer relativen Luftfeuchte von 40 Prozent drastisch sinkt.

Das Resultat dieser Studie erklärt auch, weshalb die meisten Menschen in der kalten Jahreszeit an Grippe erkranken. Zu diesem Thema gibt es bereits verschiedene Theorien: So wird das Phänomen des im Winter krankheitsanfälligeren Menschen oft damit in Zusammenhang gebracht, dass die Luft in geheizten Räumen sehr trocken ist, diese die Schleimhäute reizt und den Menschen so anfälliger für Infektionen macht. Eine zweite Argumentation ist, dass viele Menschen sich im Winter generell eher in Gebäuden aufhalten. In weiteren Studien hat man Hinweise darauf erhalten, dass eine hohe Luftfeuchtigkeit Viren schwächt. Diese neue und sehr aufwändige Untersuchung zeigt nun auf, wie sehr Feuchtigkeit in der Luft den Viren tatsächlich zusetzt.

Die Bedingungen im Testaufbau sollten möglichst realitätsnah sein: Untersucht wurde die Ansteckungsgefahr in Innenräumen die Arztpraxen und Kliniken darstellten und in denen bekanntermaßen besonders viele Grippe-Patienten aufeinander treffen. Die Forscher prüften die Infektiosität eines Gemischs aus Luft und Viren anhand von zwei Puppen: Diese wurden in zwei Metern Entfernung zueinander aufgestellt. Die Eine stieß - als hätte sie Husten - Luft mit Influenza-Viren aus und die andere Puppe atmete gleichzeitig ein. Die relative Luftfeuchtigkeit im Raum betrug in den Tests zwischen 7 und 73 Prozent.

Etwa drei Viertel der infektiösen Teilchen waren bei einer Feuchte bis 23 Prozent sogar noch nach einer Stunde ansteckend. Ab einer Feuchtigkeit von 43 Prozent schrumpfte dann der Anteil der Viruspartikel auf 14 Prozent, das ist in etwa ein Fünftel. Ihnen setzte die Feuchtigkeit innerhalb der ersten 15 Minuten besonders zu.

Die Forscher des National Institute for Occupational Safety and Health (NIOSH) leiten aus dieser Studie praktische Tipps ab, wie sich vor Allem Ärzte und Pfleger gegen die Erreger schützen können. Die Wissenschaftler raten angesichts des sehr deutlichen Effekts dazu, in den betroffenen Klinik- oder Krankenhausräumen die Luft feucht zu halten.

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