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Nach Guttenberg-Rücktritt: Kanzlerin benennt Nachfolger

Am Ende war Karl-Theodor zu Guttenberg nach den erwiesenen Betrugs- und Plagiatsvorwürfen doch nicht mehr im Amt zu halten – sein Rücktritt vor wenigen Tagen war mehr als überfällig. Letztlich aber waren es nicht die scharfen Vorwürfe im Bundestag, die den Verteidigungsminister zu Fall brachten, es war das Aufbegehren von vielen tausend Stundenten und Wissenschaftlern, die in einem offenen Brief dazu aufgerufen hatten, die Konsequenzen aus den Vorgängen zu ziehen.

Zudem hatten sich auch in den letzten Tagen immer mehr Unionspolitiker auf die Seite der Guttenberg-Gegner gestellt. Unter anderem Norbert Lammert und Annette Schawan hatten öffentlich erklärt, sich für zu Guttenberg zu schämen sprachen ihrerseits unverhohlen von 'Betrug'. Am Ende wurde der Druck immer größer, Karl-Theodor zu Guttenberg erklärte am Dienstag seinen Rücktritt – ohne sich freilich endlich einmal zu seiner vollen Schuld zu bekennen.

Vielmehr stilisierte sich der ehemalige Verteidigungsminister auch in seiner Abschlusserklärung als Opfer der Medien – von offener Reue bezüglich seines Betruges war wieder einmal nichts zu erkennen. Vielmehr sei es nur der gigantische Druck der Öffentlichkeit gewesen, durch den er nicht mehr in der Lage gewesen sei, sich um seine Aufgaben als Verteidigungsminister zu kümmern.

Die Kanzlerin allerdings wartete nicht lange und gab bereits am Mittwoch die Nachfolge für zu Guttenberg bekannt – das Ressort für die Verteidigung übernimmt ab sofort der bisherige Innenminister Thomas de Maiziere. Dessen Nachfolger für Inneres ist auch bereits gefunden – Kanzlerin Angele Merkel beruft den bislang größtenteils unbekannten CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich in ihr Kabinett. Die Regierungsumbildung ist damit perfekt.

Während ein Großteil der Wissenschaft und der Intellektuellen bezüglich des Rücktritts von Karl-Theodor zu Guttenberg aufatmet sind die unbeirrbaren Anhänger des Freiherrn rasend vor Wut. Im Internet rufen sie zu Hunderttausenden für eine Rückkehr ihres Polit-Stars auf. Doch ob zu Guttenberg ohne das Anzeichen von ehrlicher Reue nach seinem Rücktritt noch einmal in ein paar Jahren wird zurückkommen können, ist zum jetzigen Zeitpunkt fraglich.

Hier die Rücktrittserklärung in Bild und Ton

Quelle: Spiegel.de
Bild: YouTube 1 und 2

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