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Hamas produziert perfiden Trickfilm

Im Streit um den in islamischer Haft sitzenden Israeli Gilad Schalit, setzt die Hamas nun auf Psychologie: Mit einem Trickfilm erhöhen sie den Druck auf Israel und verdeutlichen außerdem, dass die Fronten verhärtet sind. Die Hamas verlangt die Freilassung von vielen Palästinensern für den 2006 entführten Soldaten Schalit.

Der drei Minuten lange Trickfilm würde Hollywood alle Ehre machen. Technisch perfekt inszeniert, sieht man einen alten Mann durch die leeren Straßen gehen. Es soll der Vater von Gilad Schalit sein. Im Arm hält er ein Bild seines Sohnes. Überall sieht er Bilder von israelischen Politikern, die versprechen, dass sie Schalit nach Hause holen würden.

Am Ende des Films hat der alte Vater dann eine Vision. Ein Bus mit freigelassenen Palästinensern fährt vorbei. Aus der anderen Richtung kommt ein Pkw. Doch es entsteigt nicht sein Sohn, sondern in dem Wagen ist nur ein Sarg mit israelischer Flagge. Eine Warnung an Israel, dass Gilad Schalit in der Haft sterben könnte, wenn nicht auf die Forderungen der Hamas eingegangen wird, berichtet SPIEGEL online.

Ein Sprecher der Hamas sagte gegenüber der israelischen Tageszeitung 'Haaretz', dass der Film die Position der Hamas nach Israel tragen solle. Die Verhandlungen kamen ins Stocken als der israelische Ministerpräsident Benajmin Netanjahu einen bereits verhandelten Vertrag zurückzog und einen neuen zu schlechteren Bedingungen an die Hamas übergab.

Die Hamas wiederum verlangt die Freilassung von 1.000 palästinensischen Gefangenen im Tausch für Schalit. Und mit dem Film soll das nun unterstrichen werden. Der Hauptdarsteller des Streifens, der Vater von Schalit, lässt sich übrigens nicht von dem Trickfilm beeindrucken, sondern appelierte an die Hamas, psychologische Kriegsspiele gegen seine Familie und Israel zu unterlassen und stattdessen auf Angebote zu reagieren.

Der Trickfilm der Hamas

Bild: YouTube

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