Excite

Harte Worte im Amnesty Jahresbericht

In dem aktuellen Amnesty Jahresbericht klagt die Organisation, die sich dem weltweiten Kampf für Menschenrechte verschrieben hat, in besonderem Maße die Staaten USA, China und Afghanistan an. Aber auch Deutschland bekommt kein gutes Zeugnis.

Den Vereinigten Staaten wird von Amnesty International weiterhin vorgeworfen, bei ihrem nunmehr sechs Jahre währenden Kampf gegen den Terror, Menschenrechte mit Füßen zu treten. Im Zentrum stehen die noch immer zahlreichen Menschen, die ohne Anklage und Gerichtsverfahren in Guantanamo festsitzen. Allein auf Kuba hätten im vergangenen Jahr noch 275 Gefangene gesessen – teilweise sei ihr psychischer Zustand durch die ungewisse Haftdauer in desaströsem Zustand.

Vernichtend ist im Amnesty Jahresbericht auch die Kritik an der Situation in Afghanistan. Auch sechs Jahre nach dem Sturz der Taliban würden große Teile der Bevölkerung weiterhin unter bewaffneten Konflikten leiden. Sie leiden unter Dürren und Überflutungen, einer undurchsichtigen Justiz und einem nicht funktionierenden Rechtssystem. Auch die Frauenrechte und die freie Meinungsäußerung seien weiterhin indiskutabel eingeschränkt, so der Amnesty Jahresbericht.

Und auch China kommt nicht viel besser weg. Der Regierung in Peking wird insbesondere vorgeworfen, ihre wirtschaftlichen Interessen über alle Fragen der Menschenrechte zu stellen. Besonders zeige sich dies im Handel mit Staaten wie Birma, Simbabwe oder dem Sudan. Weiterhin sei Folter von Häftlingen weiterhin an der Tagesordnung und Zugang zu einem funktionierenden Rechtssystems sei nicht gewährleistet. Und natürlich spielt auch die Tibetproblematik eine entscheidende Rolle.

Aber so weit braucht man gar nicht zu schauen, sucht man Fehler im System. So wurde in Deutschland die Aufklärungsarbeit von tödlichen Gewaltmissbräuchen durch Polizisten angeprangert. "Wenn Menschen zu Tode kommen, dann muss das besser aufgeklärt werden", so die Generalsekretärin von Amnesty International. In Dessau war laut Amnesty Jahresbericht ein Mann aus Sierra Leone, in Hagen ein afrikanischer Franzose und ein Türke nach zu starker Fesselung ums Leben gekommen.

Quelle: Focus-Online, Welt-Online

Bild: Keith Ivey (Flickr)

Deutschland - Excite Network Copyright ©1995 - 2016