Excite

Hinrichtungen in den USA

Vor einigen Tagen berichteten die Medien bereits, dass es nach sieben Monaten Hinrichtungsfreier-Zeit, wieder zum Töten in den USA kommen könnte. Das höchste US-Gericht hatte nach einem Urteil die Todesstrafe durch die Giftspritze als zulässig befunden.

Ab Montag mussten die Häftlinge also wieder zittern, insbesondere der in Mississippi inhaftierte Earl Wesley Berry, welcher 1990 zur Exekution verurteilt worden war.

Berry stand bereits im letzten Jahr vor der Hinrichtung. Der Oberste Gerichtshof der USA setzte die Exekution allerdings aus, um eine Eingabe zweier Häftlinge aus Kentucky über die Verfassungsmäßigkeit der Giftspritze zu prüfen. Auf Grund dieses Prüfungsverfahren hatte es in den USA also seit Ende September ein Moratorium bei den Hinrichtungen gegeben.

Gegner der Todesstrafe hatten zudem immer wieder vor dem Gericht argumentiert, die Hinrichtung durch die Injektion des Giftes könne grausame Schmerzen verursachen, ehe der Tod eintritt. Doch im letzten Monat waren die höchsten Richter zu dem Schluss gekommen, dass die Injektion zulässig sei. Neben Georgia und Mississippi haben auch Florida, Oklahoma, Alabama, Arkansas, Illinois und Texas die Fortsetzung von Hinrichtungen angekündigt.

Dabei kommt es immer wieder vor, dass Hauptbelastungszeugen zugeben, dass sie gelogen haben und damit die Häftlinge aus den Todeszellen befreit werden. Erst kürzlich gelang es somit einem Häftling in North Carolina nach 13 Jahren in der Todeszelle frei gelassen zu werden. Dem Todesstrafen-Informationszentrum zufolge ist dieser Häftling, der 129. gewesen, der in den vergangenen 25 Jahren aus der Todeszelle entlassen wurde, weil sich seine Unschuld herausstellte.

Dieses Glück hatte William Lynd nicht. Der wegen Mordes an einer Freundin verurteilte Häftling, wurde gestern in Georgia durch die Giftspritze hingerichtet und ist somit der erste getötete Sträfling nach der langen Pause.

Die Giftspritze ist in den USA die gängigste Methode der Hinrichtung. Die Todesspritze wurde 1977 eingeführt und besteht aus drei Chemikalien: Die erste betäubt den Hinrichtungskandidaten, die zweite lähmt seine Muskulatur und die dritte schließlich bringt das Herz zum Stillstand. Verläuft die Injektion planmäßig, wird der Verurteilte rasch bewusstlos und stirbt binnen wenigen Minuten. Wird allerdings die erste Chemikalie nicht richtig verabreicht, können die beiden anderen Wirkstoffe zu furchtbaren Qualen und einem regelrechten Todeskampf führen.

Quelle: Süddeutsche, Focus-Online
Bild: MarS (Flickr)

Deutschland - Excite Network Copyright ©1995 - 2016