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Hitler wird Ehrenbürgerwürde entzogen

Seine unmenschlichen Verbrechen sind allgemein bekannt, trotzdem blieb Adolf Hitler über 66 Jahre nach seinem Tod Ehrenbürger der niederösterreichischen Stadt Amstetten. Jetzt erkannte ihm die Stadt offiziell die Ehrenbürgerwürde ab.

Durch die Initiative des grünen Kommunalpolitikers Raphael Lueger wurde das Thema erneut auf die Tagesordnung gesetzt, nachdem in den vergangenen Jahren immer wieder darüber diskutiert worden war. Vor der anstehenden 900-Jahr-Feier der Stadt wurde Hitler nun offiziell die Ehrenbürgerwürde entzogen. Der Diktator wurde 1938 Ehrenbürger der Stadt, ein Jahr nach einem Besuch dort.

Nicht alle in Amstetten sind über den Vorstoß des jungen Politikers begeistert. Ohne das Thema mit anderen abzusprechen, habe dieser selbstständig verschiedene Zeitungen über die immer noch bestehende Ehrenbürgerschaft von Adolf Hitler informiert. Damit habe er Amstetten erneut negative Schlagzeilen eingebracht. Erst 2008 war die Stadt in den Fokus der internationalen Presse geraten, als dort ans Licht kam, dass Josef Fritzl seine Tochter 24 Jahre lang im Keller gefangen hielt und als Sexsklavin missbrauchte.

Ganz unberechtigt sind die Einwände gegen den Vorstoß des Lokalpolitikers nicht, da per Gesetz die Ehrenbürgerwürde mit dem Tod des Trägers automatisch erlischt. Amstetten ist so kein Einzelfall. Auch andere deutsche und österreichische Städte haben Hitler die Ehrenbürgerwürde nie offiziell aufgekündigt. Aufgrund der Gesetzeslage sehen viele betroffene Städte keinen Handlungsbedarf.

Aber auch wenn die Ehrenbürgerschaft mit dem Tod aufhört, ist eine offizielle Aberkennung des Titels in diesem Falle begrüßenswert. Eigentlich hätte man jedoch erwarten können, dass Hitler dann schon Jahrzehnte früher den Titel Ehrenbürger hätte entzogen bekommen müssen.

Quelle: welt.de, spiegel.de
Bild: youtube.com

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