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HIV von der Mutter - Eine HIV-Werbekampagne macht Furore

HIV von der eigenen Mutter! Dass die tödliche Infektion von schwangeren Müttern an ihre Kinder weitergegeben werden ist zwar möglich, aber insgesamt doch eher der seltene Fall. Eine Werbekampagne in vielen deutschen Großstädten zielt jetzt aber auf die Vorsorge genau dieser Möglichkeit ab. Von der Michael-Stich-Stiftung inszeniert sorgte sie jetzt für Proteste und Beschwerden in ganz Deutschland.

Ein Plakat zeigt eine Mutter auf einer Parkbank sitzend, die Hand an einem kleinen Sarg aur Rädern, statt eines Kinderwagens. Daneben der Hinweis "Ganz die Mama. HIV-positiv". Ein anderes mit Baby und dem Text "Das Kinn von Opa. Die Augen von Papa. HIV von Mama." ist auch im Umlauf. Schockierte Mütter riefen verärgert die Gleichstellungsbeauftragten ihrer Kommunen an. Sie fühlen sich beleidigt und halten die Werbekampagne für äußerst deplatziert.

Tatsächlich nimmt die Zahl HIV-infizierter Frauen generell in Deutschland ab. Bei 16 Neugeborenen aus den letzten zehn Jahren wurde im Jahr 2007 das Virus diagnostiziert. Das sind zwar 16 zu viel, aber Plakatwerbung, noch dazu eine so bösartige, sei unpassend zur Vorsorge. Ein HIV-Test in der Schwangerschaft kann eine Ansteckung verhindern und gehört inzwischen zur regulären Vorsorge.

Die HIV-Werbekampagne stammt aus der Feder der renommierten Agentur "Jung von Matt", die sich seiner Zeit schon für die stark in Frage gestellte "Du bist Deutschland"-Kampagne mit verantwortlich zeigte. Böse Zungen behaupten nun natürlich, die Agentur wolle sich nur durch etwas Provokation profilieren und der ehemalige Tennis-Star Michael Stich sich auf geschmacklose Art zum Wohltäter machen. Zum Reden bringt die HIV-Werbekampagne die Menschen in jedem Fall. Außerdem ist fraglich, ob hinter der Werbung wirklich nicht mehr steckt, als die Behauptung, dass ein Kind durch die eigene Mutter HIV-gefährdet ist.

Zu den Motiven der HIV-Werbekampagne

Quelle: BRIGITTE.de
Bild: Michael-Stich-Stiftung.de

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