Excite

Hochwasser in Deutschland: Die Lage bleibt kritisch

In Bayern ist das Schlimmste überstanden - Passau ist nach wie vor überschwemmt, aber die Lage bessert sich. In Sachsen-Anhalt hingegen steht die eigentliche Katastrophe noch aus: Eine Flutwelle, höher als die von 2002, wird hier erwartet.

In der bayerischen Stadt Passau stand das Wasser Dienstag früh um 4 Uhr bei einem Rekordstand von 12,40 Metern, bis nachmittags soll es aber auf 10 Meter zurückgehen. Die gesamte Nacht hindurch funktionierten die Telefone nicht, das Stromnetz war unterbrochen und die Trinkwasserversorgung war gekappt worden. Auch in Regensburg drohte in der Nacht die totale Überflutung, gegen 3 Uhr hatte die Donau einen Pegel von 6,65 Meter erreicht. Straßen wurden vorsorglich gesperrt und ein Notlager mit 365 Betten stand zur Verfügung.

Offiziellen Einschätzungen zufolge stehen dem Land Sachsen-Anhalt Rekord-Pegelstände noch bevor: Schlimmer als bei der Jahrhundertflut 2002 soll es werden, aber die Deiche wurden seit damals alle saniert - die Situation ist dementsprechend nicht vergleichbar. Die Saale hat bereits teilweise die Marke von 7,50 Metern überschritten und in Halle-Neustadt Keller geflutet. Die Lage sei dramatisch, 200 Feuerwehrleute aus dem Harz werden erwartet und 100.000 Sandsäcke sollen aus Hanover gebracht werden. In Magdeburg wird es einen Katastrophenalarm geben, obwohl die Deiche aktuell noch sicher seien.

Die Menschen in Sachsen sind ebenfalls besorgt: Die Elbe ist bedrohlich angeschwollen, Teile der Altstadt in Dresden stehen unter Wasser und die erste Elbbrücke wurde gesperrt. "Bilder wie 2002 von einer überschwemmten Dresdner Altstadt wird es aller Voraussicht nach nicht geben", versuchte ein Sprecher des Katastrophenstabs jedoch zu beruhigen.

In den Hochwassergebieten Oberbayerns entspannt sich die Lage allmählich und Hilfskräfte rüsten sich für Aufräumarbeiten, so ein Sprecher des Landratsamtes. Die bayerische Staatsregierung hat 150 Millionen Euro für ein Hilfsprogramm in Passau und Südostbayern zugesagt. Wie in Bayern, sinken die Pegelstände in Thüringen. Die Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) erwartet am heutigen Dienstag die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor Ort. Merkel hatte am Montag Hilfe für die Betroffenen in Aussicht gestellt: "Der Bund wird auch schauen, was wir helfen können, genauso wie die Länder."

Deutschland - Excite Network Copyright ©1995 - 2016