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Hochwasser in Deutschland: Steigende Pegel im Norden, Unwetterwarnungen im Süden

Die Pegel in den nördlichen Bundesländern steigen weiter. In Thüringen, Sachsen und Bayern drohen unwetterartige Regenfälle. Das Hochwasser bedroht weiterhin besonders die Städte Magdeburg und Wittenberge in Brandenburg.

In der Nacht zu Montag brach im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt ein Deich und der Ort Fischbeck ist mittlerweile überflutet. In Magdeburg wurden am Sonntag Nachmittag sinkende Pegel vermeldet, die Deiche rings um die Stadt sind aber völlig aufgeweicht und somit gefährdet. Angaben des Krisenstabs zufolge, sind im Bundesland Sachsen-Anhalt insgesamt 44.000 Menschen aufgerufen worden ihre Wohnungen zu verlassen. Auch der Landkreis Prignitz rief dazu auf, im Interesse der eigenen Sicherheit die südlichen Stadtteile von Wittenberge zu verlassen.

Am Wochenende hat sich die Hochwasserlage der Elbe in den Bundesländern Sachsen-Anhalt und Brandenburg weiter zugespitzt. Weite Gebiete um Elbe und Havel sind geflutet worden aber die Deiche sind trotzdem nicht entlastet. Dort wo Elbe und Saale zusammen fließen ist die Lage besonders prekär: Der umkämpfte Damm zwischen Klein Rosenburg und dem Schöpfwerk Breitenhagen ist am Sonntag gebrochen.

Wegen des Hochwassers musste bei Magdeburg am Sonntag eine Elbbrücke gesperrt werden. Die Bahn teilte mit, dass der Fernverkehr zwischen Hannover und Leipzig sowie der Regionalverkehr nach Magdeburg davon betroffen seien. Ein Notverkehr mit Bussen wurde eingerichtet und Nahverkehrszüge nach Leipzig fahren noch.

Einigen bereits durch das Hochwasser gepeinigten Regionen drohen erneut starke Unwetter und Regenfälle. Der Meteorologe Christian Herold vom Deutschen Wetterdienst (DWD) sagte, in Thüringen, in Sachsen bis hin zur Lausitz und in Bayern könnten örtlich bis zu 50 Liter Regen pro Quadratmeter fallen. Es besteht also erneut die Gefahr anschwellender Flüsse in Regionen, in denen schon die Aufräumarbeiten begonnen haben.

Auch im bayerischen Deggendorf haben sich die Bewohner schon wieder ans Aufräumen gemacht. Letzten Donnerstag war die Stadt ganz besonders schlimm dran: Teilweise ragten nur noch die Hausdächer aus den brauenen Fluten. Nach zwei Dammbrüchen war Deggendorf quasi abgeschlossen von der Außenwelt, zwei Autobahnen waren gesperrt. Mehrere Ortsteile und Gemeinden mussten evakuiert werden, die Einwohner wurden mit Booten und Hubschraubern gerettet.

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