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Hurrikan "Gustav" verschonte New Orleans bislang

Hurrikan "Gustav" ist gestern nachmittag westlich von New Orleans auf die Küste getroffen. Von heftigen Stürmen und schweren Regenfällen begleitet stieß er auf dünn besiedeltes Land, sieben Menschen starben. Inzwischen ist die Geschwindigkeit von "Gustav" von 145 auf 95 Stundenkilometer gesunken, weshalb er vom Hurrikan zum Tropensturm herabgestuft worden ist. Experten sagen voraus, dass er noch schwächer wird und allem Anschein nach keine Katastrophe von Ausmaßen des Hurrikans "Katrina" 2005 zu erwarten ist. Damals starben 1.800 Menschen.

Zwischenzeitlich erreichte der Sturm die Stufe zwei auf der bis fünf reichenden Skala, inzwischen ist er auf Stufe eins. Mehr als zwei Millionen Menschen waren am Wochenende evakuiert worden bzw. aus den Bundesstaaten Louisiana und Missisippi geflohen. Etwa 10.000 Menschen waren in New Orleans geblieben, der Bürgermeister Ray Nagin drohte mit Gefängnis für jene, die sich trotz Warnung auf den Straßen aufhielten. Die meisten Menschen zeigten trotz der gesunkenen Geschwindigkeit "Gustavs" Veständnis für die Zwangsevakuierungen. "Auf jeden Fall ist es eine gute Übung. Die Behörden haben bewiesen, dass sie aus der Katastrophe gelernt haben", sagte Jim Amoss, Chefredakteur der "Times-Picayune" in New Orleans.

Die Arbeit zwischen Hilfsorganisationen, der Regierung und den Behörden liefe sehr viel organisierter ab, lobte US-Präsident Bush. Dave Paulison, Direktor des US-Katastrophenschutzes, sagte: "Wir haben eine der erfolgreichsten und am besten koordinierten Evakuierungen erlebt, die ich je gesehen habe."

Der unzureichende Katastrophenschutz und das schwache Krisenmanagement vor drei Jahren versetzte dem Image von US-Präsident Bush und den Republikanern einen schweren Schlag. Nun, gerade im Wahlkampf und nach der offiziellen Nominierung des Demokraten Barack Obama, gerät auch der Sturm "Gustav" zur politischen Angelegenheit. Die Republikaner reagierten und sagten das Parteiprogramm für heute ab, Kandidat John McCain sollte heute gefeiert werden. Der Senator sagte: "In Zeiten wie diesen müssen wir Parteipolitik beiseite lassen." Stattdessen packte er schon vor dem Sturm in Krisengebieten mit an, holte wahlkampftechnisch das Beste aus der Katastrophe heraus.

Der ehemalige Hurrikan "Gustav" zieht inzwischen als Tropensturm weiter in nordwestliche Richtung und wird noch in Teilen von Texas und Oklahoma erwartet. Weitere Gefahr geht vom Hurrikan "Hanna" aus, der sich auf dem Weg auf die USA befindet, der Tropensturm "Ike" könnte ebenfalls gefährliche Geschwindigkeiten erreichen. Es bleibt also weiter abzuwarten, in welcher Gefahr New Orleans und andere Städte nach dem Hurrikan "Gustav" noch schweben.

Quelle: FOCUS Online, Zeit Online, sueddeutsche.de
Bild: YouTube

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