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In Afrika machen abergläubische Kriminelle Jagd auf Albinos

Menschen, die Jagd auf Albinos machen, sie töten, ihre Haut, ihre Knochen und ihre Haare an sich nehmen, um daraus Zaubertränke herzustellen. Selbst wenn das die Visionen eines Schriftstellers oder Drehbuchautors wären, würden es schon absurd klingen. Tatsächlich wurden im afrikanischen Tansania im letzten Jahr neunzehn Menschen mit Pigmentstörungen umgebracht. Aberglaube führt in bestimmten Regionen der Welt zu grausamen Taten, die Menschen sind wirklich davon überzeugt, Zaubertränke herstellen zu können.

Durch bestimmte genetische Voraussetzungen haben Albinos keine Pigmentierung wie andere Menschen. Sie haben weiße, teilweise kalkweiße Haut. Viele Menschen in Tansania glauben, durch die Zaubertränke aus den Menschenteilen zu Reichtum zu gelangen. Nach Angaben der Behörden wächst der Handel mit Körperteilen von Albinos. Den grausamen und kriminellen Geschäften wird sogar durch Plätze für weißhäutige Politiker im Parlament entgegengewirkt. Schließlich müssen die Menschen in Tansania begreifen, dass es sich bei Albinos um gewöhnliche Menschen handelt, die nur unter einer genetischen Störung leiden.

Dabei ist das Leben für Albinos in Afrika ohnehin schon nicht einfach. Durch die Unwissenheit der Menschen werden Albinos seit jeher geächtet und zu Außenstehenden gemacht. Außerdem sterben viele wegen iher Überempfindlichkeit früh an Hautkrebs, leiden unter der Sonne, ohne sich vor ihr schützen zu können. Einer von 3.000 Menschen in Tansania ist von Albinismus betroffen, das ist relativ viel, viel mehr als in den meisten anderen Regionen der Welt.

Dass sich Albinos durch die Brauer der kannibalischen Zaubertränke bedroht fühlen, ist kein Wunder. Der Vorsitzende der Albino-Vereinigung in Tansania, Samuel Mluge, sagt: "Wir haben niemals so große Angst gehabt wie heute." In den ländlichen Gegenden ist die Bevölkerung weniger gebildet und umso abergläubischer. Dort sind die Menschen besonders anfällig für solche Ammenmärchen. In dem eigentlich wirtschaftlich aufstrebenden Land hat man keine andere Erklärung für die steigenden Zahlen von Gräueltaten.

Erschreckend ist, mit welcher Grausamkeit die Taten vollzogen werden. Die Täter bringen die Opfer teilweise vor ihren Familien um, schneiden ihnen mit einer Machete bestimmte Körperteile ab und verschwinden wieder. Neben Hexenverbrennungen zählen die Jagd auf Albinos zu den stärksten Problemen der Regierung im Kampf gegen den Aberglauben.

Quelle: Sueddeutsche.de
Bild: Lars Plougmann (Flickr)

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