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Ingrid Betancourt ist in Kolumbien aus der Rebellen-Gefangenschaft befreit worden

Die frühere kolumbianische Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt ist aus sechsjähriger Gefangenschaft befreit worden. Seit 2002 war sie eine der 700 Geiseln, die die FARC-Rebellen im kolumbianischen Dschungel festhalten. Gestern früh ist sie zusammen mit 14 Weiteren in einer gewaltlosen Undercover-Aktion durch einen Hubschrauber aus einem Gefangenen-Camp geflogen worden. Die Befreiung löste auf der ganzen Welt Freude und Erleichterung aus.

Zu den Bildern von der befreiten Ingrid Betancourt


Bereits seit 1964 kämpfen die linksgerichteten FARC-Rebellen gegen den kolumbianischen Staat und die innenpolitischen Funktionen der Armee. Am Mittwoch schleusten sich Soldaten der kolumbianischen Armee in einem FARC-Lager etwa 70 Kilometer entfernt vom Ort San José del Guaviare im Südosten des Landes ein. Sie gaben vor, die Gefangenen zu verlegen und konnten sich erfolgreich als Teil der größten Guerillaorganisation Lateinamerikas ausgeben. Nachdem die Geiseln erst in drei Gruppen aufgeteilt worden waren, fälschten die Undercover-Agenten sogar einen Befehl des Rebellen-Chefs Alfonso Cano. Demnach sollten alle Geiseln in einem Helikopter fliegen. Die Täuschung funktionierte reibungslos, erst in der Luft gaben sich die Soldaten zu erkennen und berichteten den Geiseln von ihrer Freiheit.

Der Hubschrauber sei fast abgestürzt, so sehr seien sie vor Freude herumgesprungen, berichtet Ingrid Betancourt. Die 46-Jährige befindet sich in einem überraschend guten Gesundheitszustand. Noch im November war ein Video veröffentlicht worden, in dem Betancourt im Dschungel sehr abgemagert und krank wirkte. Es war die Rede von Hepatitis B und einer Hautinfektion.

Diese Video hielt Ende letzten Jahres den angeschlagenen Zustand von Ingrid Betancourt fest

Bereits Donnerstag früh stellte Ingrid Betancourt sich geduldig den Fragen von Journalisten, kurz nachdem sie in Bogotá ihren Mann und ihre Mutter überglücklich in die Arme geschlossen hatte. "Das ist wie ein Wunder", sagte sie und "Danke Kolumbien. Danke Frankreich", denn Ingrid Betancourt ist auch französische Staatsbürgerin. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy dankte Kolumbiens Präsident Alvaro Uribe. George W. Bush gratulierte ebenso wie die Staaschefs von Bolivien und Argentinien. Auch der Papst und UN-Generalsekretär brachten in offiziellen Statements ihre Freude zum Ausdruck.

Nach der Ankuft in Bogotá: Erste Bilder der freien Ingrid Betancourt

Vor allem die friedliche Lösung, dass bei der Befreiung kein Schuss gefallen ist, stößt international auf Respekt. Alvaro Uribe strebt in der FARC-Angelegenheit insgesamt eher eine militärische Lösung an. Ingrid Betancourt sieht ihre Befreiung dennoch als ein "Signal des Friedens für Kolumbien" an. Sie wolle so schnell wie möglich nach Frankreich. Auch drei Amerikaner waren unter den Befreiten. Sie waren 2003 von der FARC der Spionage für die CIA beschuldigt worden und seither in Geiselhaft. Sie sind inzwischen bereits im US-Bundesstaat Texas gelandet. In Bogotá feierten hunderte Menschen auf der Straße die Befreiung Ingrid Betancourts aus sechsjähriger Gefangeschaft.

Quelle: heute.de
Bild: YouTube

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