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Initiative für die Todesstrafe in der Schweiz entpuppt sich als PR-Aktion

In den vergangenen Tagen hatte eine Initiative zur Wiedereinführung der Todesstrafe in der Schweiz für großes mediales Aufsehen gesorgt – nun entpuppte sich die ganze Sache als PR-Aktion und wurde mit sofortiger Wirkung zurück gezogen. Wie der Sprecher der Initiative Marcel Graf erklärte, habe man mit der Aktion lediglich wachrütteln und auf Missstände hinweisen wollen.

Die 'Neue Zürcher Zeitung' zitiert ihn mit den Worten: 'Die Initiative war das einzige, was wir rechtlich machen konnten, um uns Gehör zu verschaffen. Das Schweizer Rechtssystem steht eindeutig eher auf der Täter- statt auf der Opferseite.' Insgesamt gäbe es für Hinterbliebene von Mordfällen absolut keine Möglichkeit, sich zu wehren. Und ähnlich empfanden dies wohl die Macher der Initiative zur vermeintlichen Wiedereinführung der Todesstrafe.

Diese stammen aus dem Umfeld eines Opfers – eine junge Frau – die im Jahre 2009 von einem Mann vergewaltigt und umgebracht wurde. Seither zieht sich der Prozess hin, es kam bislang zu keiner Verurteilung. Diese Situation war für die Betroffenen offensichtlich derart nervenaufreibend, dass man sich nun mit dieser PR-Aktion helfen musste.

Als die Initiative an den Start ging, forderte man darin die Todesstrafe für Personen, die 'in Kombination mit einer sexuellen Handlung mit einem Kind, sexueller Nötigung oder Vergewaltigung eine vorsätzliche Tötung oder einen Mord begehen'. Der Vorstoß der Schweizer Bürger hatte für Entsetzen gesorgt, schließlich war es bei den Eidgenossen zuletzt auch im Rahmen des Minarett-Verbots bereits zu Konflikten mit internationalem Recht gekommen – da kann man ja fast schon glücklich sein, dass die Initiative pro Todesstrafe am Ende nur eine PR-Aktion war...

Bild: Flickr Progress Ohio und Ian Lord

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