Italienischer Wahlskandal? Journalist kauft angeblich Stimmzettel in Köln

Spiegel-Online berichtet über eine äußerst pikäre Situation, welche die italienischen Neuwahlen in ein unschönes Licht rücken könnte.

So will ein italienischer Enthüllungsjournalist anscheinend in Kölner Pizzerien Stimmzettel für die Neuwahlen in Italien erstanden haben. Zum Preis von á 50 Euro soll er sechs Stück gekauft und erläutert haben, dass es einen Markt dafür gebe.

Also sollen nach Rodolfo Casadeis Recherchen, in Köln einige italienische Restaurants Stimmzettel der dort lebenden Italiener weiter vermitteln. Dies alles nach einem Bericht der Tageszeitung "Il Giornale", welche zum Monopol von Silvio Berlusconi gehört.

Weiter berichte die italienische Zeitung, dass es in zahlreichen Ländern für viele Auslandsitaliener, aufgrund eines "Chaos bei den Briefwahlunterlagen", unmöglich sein werde, ihre Stimmen abzugeben. Dabei könne das Votum der Auslandsitaliener bei Wahlen mit knappen Ergebnissen durchaus entscheidend sein. Und bei einem massiven Kauf von Briefwahlunterlagen kann unter dem Namen der eigentlich berechtigten Wähler das eine oder andere der politischen Lager übervorteilt werden.

Handelt es sich hierbei nun um eine wahre Nachricht oder ist es doch ein Bluff kurz vor den italienischen Wahlen?

Laura Gravini, welche für die Demokratische Partei von Walter Veltroni antritt, sieht den Artikel im 'Giornale' als Teil einer Kampagne von Oppositionschef Silvio Berlusconi gegen das Wahlrecht der Auslandsitaliener. Ihrer Ansicht nach, möchte Berlusconi das Wahlrecht der 2,5 Millionen Auslandsitaliener wieder abschaffen, nachdem er die Wahlen vor zwei Jahren durch deren Stimmen verloren habe.

Um die Wahlen am 13. und 14. April in Italien sicherzustellen und Manipulationen einzudämmen, hat Innenminister Giuliano Amato bereits Handys mit eingebauter Kamera sowie Fotoapparate in den Wahlkabinen verboten. Damit soll der Tauschhandel - Geld oder eine Gefälligkeit gegen eine Stimme - verhindert werden, da bei vergangenen Wahlen mit einem Handy in der Wahlkabine das eigene Votum festgehalten wurde, um nachher die Vereinbarung als eingehalten nachweisen zu können und dafür Geld zu bekommen.

Quelle: Spiegel-Online
Bild: Alessio (Flickr)

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