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Japan aktuell: Ein Land am seidenen Faden

Aus Japan kommen aktuell weiterhin besorgniserregende Nachrichten. Im stark beschädigten Atomkraftwerk Fukushima 1 konnten erneut Brände entflammen. Der Plan, die Reaktoren aus der Luft per Hubschrauber mit Kühlwasser zu versorgen, musste aufgrund der starken Rauchentwicklung abgebrochen werden. Die Brennstäbe in den Reaktoren sind teilweise nicht mehr ausreichend mit Wasser bedeckt, was das Risiko einer Kernschmelze erhöht. Diese würde möglicherweise zur Freisetzung noch weit größerer Mengen an Radioaktivität führen als bisher.

Die Strahlung in unmittelbarer Nähe des Atomkraftwerks ist weiter gestiegen. Die Werte sind nun so hoch, dass sie ein erhebliches gesundheitliches Risiko darstellen. Gestern wurde deshalb bereits ein Großteil der im Kraftwerk arbeitenden Rettungskräfte evakuiert. Aktuell befinden sich nur noch 50 Menschen dort. Sie versuchen eine Ausweitung der Katastrophe zu verhindern.

Derweil wurde laut der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo auch im Trinkwasser in der Umgebung des Kraftwerks radioaktive Strahlung gemessen. Laut den Behörden hätte diese jedoch keine gesundheitlichen Auswirkungen.

Auch der japanische Kaiser hat sich nun in einer Fernsehansprache an sein Volk gewandt. Er sprach den Menschen Mut zu und sagte, dass er für die Opfer bete. Da der Wind gedreht hat, wird die radioaktive Wolke nun aufs offene Meer geweht. Die Millionen-Metropole Tokio ist so zunächst nicht unmittelbar vom Fallout gefährdet. Trotzdem ist die Situation in der Hauptstadt Japans angespannt, da Lebensmittel zunehmend knapp werden und noch immer Nachbeben drohen. Viele Menschen reisen aus der Stadt nach Süden. Auch viele deutsche Nachrichtenkorrespondenten verließen bereits die Stadt.

Die Zahl der infolge des Tsunamis und des Erdbebens Getöteten ist mittlerweile auf 3373 angestiegen. Aktuell werden in ganz Japan noch immer Tausende vermisst.

Quelle: spiegel.de, sueddeutsche.de
Bild: youtube.com

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