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Japan: Kernschmelze in Atomkraftwerk Fukushima

In Reaktor 2 im havarierten Atomkraftwerk Fukushima in Japan ist es zumindest zu einer teilweisen Kernschmelze gekommen. Dies räumte die japanische Regierung heute ein. Das hochgradig radioaktiv verseuchte Wasser, das man im Gebäude von Reaktor 2 gefunden hat, deute auf eine solche Kernschmelze hin.

Bevor die Arbeiten im Reaktor 2 fortgeführt werden können, muss das Wasser nun zunächst abgepumpt und entsorgt werden. Die Betreiberfirma Tepco deutete mittlerweile an, dass sich die Krise noch Monate bis Jahre in die Länge ziehen könnte, da sich die Situation noch immer nicht klar einschätzen ließe. Auch im Meerwasser um das Atomkraftwerk werden stark erhöhte Strahlenwerte gemessen.

Der Energiekonzern Tepco gerät immer weiter in die Kritik. Am Wochenende hatten Experten des Konzerns zunächst von einer zehnmillionenfach erhöhten Strahlung im ausgetretenen Wasser gesprochen. Wenig später hieß es dann, die Strahlung sei bloß 100000-fach erhöht. Die japanische Regierung bezeichnete den Messfehler als inakzeptabel. Tepco-Chef Masataka Shimizu hatte fünf Tage nach Beginn der Krise bereits Urlaub wegen Überarbeitung genommen, ist mittlerweile aber wieder auf seinen Posten zurückgekehrt.

Unter den Menschen in Japan regt sich derweil auch erstmals seit Beginn der Krise offener Protest. Am Wochenende kam es zu einer Anti-Atomkraftdemonstration in Tokio, bei der Hunderte auch am Firmensitz von Tepco ihren Unmut über die derzeitige Lage äußerten.

Im Nordosten von Japan, gut 160 Kilometer vom Atomkraftwerk Fukushima entfernt, erschütterte ein weiteres starkes Nachbeben die Erde. Das Beben mit der Stärke 6,5 beschädigte das Atomkraftwerk jedoch nicht weiter. Eine zunächst ausgesprochene Tsunami-Warnung wurde wenig später wieder aufgehoben.

Nach dem Erdbeben und darauffolgenden Tsunami vor rund zwei Wochen, haben mehr als 10800 Menschen ihr Leben verloren, etwa 16000 werden noch vermisst und rund 243000 leben derzeit in Notunterkünften. Zu den Schäden der Naturkatastrophe kommt in Japan die unkalkulierbare Situation im Atomkraftwerk Fukushima 1.

Quelle: spiegel.de, zeit.de
Bild: youtube.com

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