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Japan: Atomkraftwerk vor dem Kollaps

In Japan gehen die provisorischen Kühlungsmaßnahmen am stark beschädigten Atomkraftwerk Fukushima 1 weiter. Die örtlichen Einsatzkräfte sollen dabei nun auch von der Tokioer Feuerwehr unterstützt werden, die Reaktorblöcke von außen mit Wasser zu kühlen. Fieberhaft wird zudem versucht, einzelne Kühlelemente mittels einer provisorisch installierten Stromleitung wieder in Betrieb zu nehmen.

Die Strahlung in unmittelbarer Nähe des Kraftwerks soll derweil wieder gesunken sein. Trotzdem wird befürchtet, dass die noch im Kraftwerk arbeitenden Männer bereits eine tödliche Dosis aufgenommen haben.

Erstmals wird nun auch öffentlich in Betracht gezogen, das Atomkraftwerk mit einer Mischung aus Sand und Beton zu überziehen. Wenn es nicht gelingt die Reaktoren abzukühlen, sei dies die einzige Möglichkeit um eine weiträumige Verstrahlung der Umgebung noch verhindern zu können. Auch nach dem Super-Gau in Tschernobyl hatte man die beschädigten Reaktoren unter einem Beton-Sarkophag eingeschlossen.

Doch Japans Sorge ist nicht nur das havarierte Atomkraftwerk. Nach dem verheerenden Erdbeben und dem anschließenden Tsunami, ist die Versorgungslage in den betroffenen Gegenden teilweise katastrophal. In den Notunterkünften fehlt es oft an Wärme, Wasser und Medikamenten. Mehrere Menschen starben bereits aufgrund dieser Versorgungsengpässe in den Notunterkünften. Da die Infrastruktur des Landes zunehmend wieder hergestellt wird, ist jedoch davon auszugehen, dass sich die Versorgung der Bevölkerung bald wieder verbessert.

Mittlerweile sind 6405 Tote offiziell bestätigt, 10.259 gelten als vermisst. Sollte die Katastrophe im Atomkraftwerk Fukushima 1 weiter eskalieren, dürfte es in Japan weitere Opfer geben.

Quelle: spiegel.de, zeit.de
Bild: youtube.com

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