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Lage in Japan spitzt sich weiter zu

In Japan gerät die Lage im Atomkraftwerk Fukushima 1 weiter außer Kontrolle. In der Nacht ereignete sich eine dritte Explosion im Block 2, bei der erstmals auch die innere Reaktorhülle beschädigt wurde. Während die Reaktorblöcke 1 und 3 derzeit relativ stabil seien, haben nun auch die Blöcke 5 und 6 Probleme mit der Kühlung. Im abgeschalteten Block 4 brach ein Feuer aus, das jedoch kurz darauf gelöscht werden konnte.

In der Umgebung des Kraftwerks wurde nach der erneuten Explosion zunächst stark erhöhte radioaktive Strahlung gemessen. Die zuständigen Behörden sprachen von einer ernsthaften Gefahr für die Gesundheit. Die Sicherheitszone wurde auf 30 Kilometer ausgeweitet. Nach neueren Messungen sollen die Strahlungswerte allerdings wieder gesunken sein.

Die Menschen in Japan sind von den Ereignissen in den Atomkraftwerken, den Auswirkungen des Tsunamis und der teils widersprüchlichen Informationspolitik ihrer Regierung zunehmend verunsichert. In Tokio sind viele Dinge des alltäglichen Bedarfs aufgrund von Hamsterkäufen bereits ausverkauft. Die Anspannung in der Stadt steigt, da der Wind gedreht hat und nun radioaktives Material nach Tokio geweht werden könnte. Im 800 Kilometer von der Unglücksstelle entfernten Wladiwostok in Russland wurden schon leicht erhöhte Strahlungswerte gemessen.

In Deutschland wurde aufgrund der Ereignisse in Japan gestern die Laufzeitverlängerung für alte Atomkraftwerke zeitweilig ausgesetzt. Die Lage der Atomkraftwerke in Japan führt weltweit zu Diskussionen um die Sicherheit der Kernenergie.

Quelle: spiegel.de, dw-world.de
Bild: bpende/flickr.com, youtube.com

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