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Japan im Angesicht der atomaren Katastrophe

In Japan ist es im Atomkraftwerk Fukushima 1 erneut zu einer Explosion gekommen. Die Wasserstoffexplosion ereignete sich am Montagmorgen im Reaktorblock 3. Es wurden elf Arbeiter verletzt, einer davon schwer. Laut Regierungssprecher Yukio Edano wurde bei der Explosion keine weitere Radioaktivität freigesetzt und der innere Schutzmantel des Reaktorkerns sei nicht beschädigt.

Mittlerweile sind drei der sechs Reaktoren des 40 Jahre alten Kraftwerks beschädigt, zwei von ihnen werden provisorisch mit Meerwasser gekühlt um eine Überhitzung der Reaktorkerne zu verhindern. Ob in einem der Reaktoren bereits die Kernschmelze eingesetzt hat, ist nach wie vor nicht zu klären. Um das Atomkraftwerk Fukushima wurde eine Sicherheitszone von 20 Kilometern eingerichtet, in der sich aber immer noch Menschen aufhalten sollen. Die Regierung wies sie an, ihre Häuser nicht zu verlassen. Auch in zwei weiteren Atomkraftwerken gibt es Probleme mit der Kühlung.

Welche Mengen an Radioaktivität bisher freigesetzt wurden, ist ebenfalls unklar. Bei 22 Menschen wurde bisher eine Strahlenvergiftung diagnostiziert, 190 kamen zumindest mit Strahlung in direkten Kontakt. Nachdem auf einem amerikanischen Flugzeugträger vor der Küste Japans eine erhöhte Strahlung gemessen wurde, beorderten die USA ihre Schiffe aus diesem Gebiet ab.

Derweil wird das Ausmaß der Zerstörungswut des Tsunamis immer deutlicher. Offiziell wurden bisher insgesamt 1627 Leichen identifiziert. Noch immer werden unzählige vermisst, so dass davon ausgegangen wird, der Tsunami könne über 10.000 Menschen das Leben gekostet haben. Die Rettungsmaßnahmen in den betroffenen Gebieten werden dabei immer wieder von Nachbeben erschwert.

Das öffentliche Leben in Japan, besonders in den betroffenen Regionen und in Tokio, ist weitgehend zum Erliegen gekommen. Es wird von Versorgungsschwierigkeiten berichtet, der Verkehr steht still und wichtige Unternehmen wie etwa Toyota, setzen ihre Produktion vorerst aus. Die Wirtschaft rechnet mit teils erheblichen Kosten.

Auch andere Länder haben mit den Folgen des verheerenden Tsunamis zu kämpfen. In Kalifornien wurde ein Mensch getötet, 4000 mussten kurzzeitig evakuiert werden. Die Schäden werden in Kalifornien auf mindestens 50 Millionen Dollar geschätzt.

Für Japan ist aufgrund der Krise im Atomkraftwerk Fukushima bisher noch keine Ende der Katastrophe abzusehen.

Quelle: spiegel.de, zeit.de
Bild: youtube.com

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