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Japan: Leck in Fukushima abgedichtet

Im havarierten Atomkraftwerk Fukushima in Japan konnte ein Leck abgedichtet werden. Durch Risse im Beton von Reaktor 2 war hochgradig radioaktiv verseuchtes Wasser ausgetreten und ins Meer gelangt.

Mit einem Flüssigglas, das auch unter Wasser aushärtet, war es den Arbeitern gelungen, das Leck zu verschließen. Versuche mit Beton, Sägemehl und Papierschnipseln waren zuvor gescheitert. Zwar konnte durch die Versiegelung mit Flüssigglas der Austritt hochradioaktiven Wassers gestoppt werden, es werden aber immer noch große Mengen weniger stark kontaminiertes Wasser ins Meer gepumpt.

Dies geschieht, um in den Tanks des Atomkraftwerks Platz für stärker verseuchtes Wasser zu schaffen, das sich in den Untergeschossen der Anlage befindet. Um dieses Wasser aufzufangen, sollen noch weitere Becken gebaut werden, die soviel Flüssigkeit aufnehmen können wie sechs große Schwimmbecken. Ein umgerüstetes Tankfloß, das zuvor als schwimmende Plattform für Angler diente, soll ebenfalls zum Einsatz kommen.

Durch das Einleiten von radioaktivem Wasser, haben die Strahlenwerte im Meer Rekordwerte erreicht. Direkt an der Schleuse zu Reaktor 2 überstiegen die Jodwerte am Samstag 7,5 Millionen Mal den erlaubten Grenzwert. Es sollen auch bereits Jungfische gefunden worden sein, die erhöhte Cäsiumwerte aufwiesen. Die japanische Regierung kündigte schärfere Kontrollen bei Speisefisch und Meeresfrüchten an.

Durch die Kühlung mit Meerwasser haben sich Verkrustungen an den Brennstäben gebildet, wodurch diese weniger gut abkühlen können, was das Risiko von Wasserstoffexplosionen erhöht. Um solche Explosionen, wie es sie bereits wenige Tage nach dem Tsunami im Atomkraftwerk gegeben hatte, zu verhindern, soll nun Stickstoff in die Reaktoren eingeleitet werden.

Derweil gehen die Aufräumarbeiten in den von Tsunami und Erdbeben verwüsteten Gebieten in Japan weiter. Bisher gibt es 12468 geborgene Tote, 15091 Menschen werden immer noch vermisst

Auch wenn das Leck im Reaktor 2 abgedichtet werden konnte, die atomare Krise in Japan ist noch immer nicht überwunden.

Quelle: zeit.de, sueddeutsche.de, focus.de
Bild: youtube.com

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