Excite

Japan: Nachbeben lässt Kühlung in Fukushima ausfallen

Japan wurde heute erneut von einem schweren Nachbeben erschüttert, im stark beschädigten Atomkraftwerk Fukushima fiel kurzzeitig der Strom aus. Genau einen Monat nach der Erdbebenkatastrophe vom 11. März, ereignete sich das Nachbeben mit der Stärke 7,1 ausgerechnet im Anschluss an eine Schweigeminute für die Opfer der Geschehnisse in Japan.

Das Epizentrum lag in der Präfektur Fukushima, unweit des havarierten Atomkraftwerks. Die Arbeiter verließen während des Bebens das Atomkraftwerk. Durch die Unterbrechung der Stromversorgung fielen die Kühlpumpen in den Meilern vorübergehend aus. Mittlerweile sollen sie aber wieder in Betrieb sein. Die Betreiberfirma Tepco ließ verlauten, dass der kurzzeitige Stromausfall ohne Folgen für die Gesamtsituation des Atomkraftwerks sei.

Auch in Tokio schwankten durch das Nachbeben die Häuser. Der Flugbetrieb am Flughafen der Hauptstadt wurde zeitweise eingestellt. In der Stadt Iwaki soll es zu Bränden gekommen sein. Eine zunächst herausgegebene Tsunami-Warnung wurde bald wieder aufgehoben.

Derweil hat die japanische Regierung weitere Evakuierungen um das Atomkraftwerk Fukushima angekündigt. Es seien auch ausserhalb der bisherigen Sicherheitszone teilweise erhöhte Strahlenwerte gemessen worden, die langfristig gesundheitsschädlich seien könnten. Die Menschen aus fünf Ortschaften ausserhalb der 30 Kilometer-Zone wurden deshalb aufgefordert, ihre Häuser binnen eines Monats zu verlassen.

Schon kurz nach Einrichtung der ersten Evakuierungszone mit einem Radius von 20 Kilometern, hatten verschiedene Experten eine Ausweitung gefordert. Die amerikanische Atomaufsichtsbehörde hatte gar eine Zone mit einem Radius von 80 Kilometern vorgeschlagen. Bisher gibt es eine Evakuierungszone von 20 Kilometern und eine Zone im Umkreis von 30 Kilometern, in der die Menschen aufgefordert sind, in ihren Häusern zu bleiben oder wenn möglich, das Gebiet zu verlassen.

Das heutige Nachbeben in Japan und der damit einhergehende Ausfall der Kühlung im Atomkraftwerk Fukushima, zeigt erneut, wie fragil die Situation vor Ort noch immer ist.

Quelle: sueddeutsche.de, spiegel.de
Bild: youtube.com

Deutschland - Excite Network Copyright ©1995 - 2014