Japan: Besorgniserregende Strahlungswerte

In Japan ist die radioaktive Strahlung, die vom beschädigten Atomkraftwerk Fukushima ausgeht, wieder angestiegen. Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo berichtet, sei in unmittelbarer Nähe zum Kraftwerk zeitweilig eine Radioaktivität von 500 Millisievert pro Stunde gemessen worden, während die natürliche Hintergrundstrahlung bei ungefähr 2 Millisievert pro Jahr liegt.

Aufgrund der erhöhten Strahlenwerte mussten die Arbeiten am Reaktor 3 unterbrochen werden, alle Arbeiter wurden evakuiert. Auch sind wieder dichte Rauchwolken über dem Reaktor zu sehen. Die Rettungskräfte hatten zuletzt versucht, den Reaktor wieder mit Strom zu versorgen, um so die Wassertemperatur im Reaktorbecken mit Kühlwasserpumpen kontrollieren zu können.

Während in den letzten Tagen abwechselnd von steigendenden und dann doch wieder fallendenden Strahlungswerten berichtet wurde, deuten die Messungen in Lebensmitteln und Trinkwasser auf einen erheblichen Austritt radioaktiver Strahlung. So wurden in Milch und elf Gemüsearten aus der Region um das Atomkraftwerk erhöhte Werte gemessen. Die japanische Regierung verhängte einen Lieferstopp. Mehrere Länder testen bereits japanische Importlebensmittel auf erhöhte Strahlenwerte.

Auch im Trinkwasser schlägt sich die atomare Katastrophe nieder. So sollen nun auch in Tokio zumindest Säuglinge und Kleinkinder kein Leitungswasser mehr trinken. Für Ältere sei die Belastung in der Hauptstadt jedoch unbedenklich.

Die Zahl der offiziell bestätigten Toten nach Erdbeben und Tsunami steigt ebenfalls weiter. Neben 9301 Toten werden noch immer 13786 Menschen vermisst. Die Menschen in Japan verlieren zunehmend das Vertrauen in die Verlautbarungen ihrer Regierung und stellen auf der Website www.rdtn.org derweil eigene Messungen von radioaktiver Strahlung online.

Quelle: spiegel.de zeit.de, stern.de
Bild: youtube.com 1 und 2

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