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"Kinderunfallatlas" will Kinder vor Verkehrsunfällen schützen

Im vergangenen Jahr sind bei Verkehrsunfällen in Deutschland 33.905 Kinder verunglückt. Für 111 der Unfallopfer kam jede Hilfe zu spät. Im Vergleich zu den Jahren und Jahrzehnten zuvor sinken die Unglückszahlen zwar kontinuierlich, aber jedes einzelne Schicksal wirft auch heute noch Fragen zur Verkehrssicherheit in der Bundesrepublik auf. Was sich dabei immer wieder zeigt, ist, dass die Unfallstellen vorher nicht als Orte potentieller Gefahr eingeschätzt worden sind. So waren die Geschwindigkeitsbegrenzung unverändert hoch, die Einsicht schlecht oder ein Zebrastreifen fehlte noch immer.

Natürlich haben die Behörden bestimmte Unfallstellen nicht mutwillig missachtet, sie wussten es bis dahin nicht besser. Oftmals ist es schwierig, die Gefahren bestimmter Verkehrsabschnitte realistisch abzuschätzen. In vielen Fällen fehlen Vergleichsdaten und genaue Analysen vergangener Verkehrsunfälle. Nun ändert sich das. Die Bundesanstalt für Straßenwesen gibt mit dem "Kinderunfallatlas" jedem die Möglichkeit die Gefahren für die eigenen Kinder in der Wohnumgebung zu erkennen und darauf zu reagieren. Unfälle aus den Jahren 2001 bis 2005 sind aufgeschlüsselt nach Umständen und Orten.

Der "Kinderunfallatlas" zeigt, dass im Norden und im Osten Deutschlands deutlich gefährlichere Straßen existieren als z.B. im Süden. Bayern, Badem-Württemberg und Hessen hatten insgesamt wenig Unfälle. Dagegen gehörten die Verkehrswege in Sachsen-Anhalt oder Brandenburg zu denen, mit hoher Unfalldichte. In Bremen und Hamburg trugen sich die meisten Unfälle mit Kindern zu. Als Fußgänger waren sie in Berlin, Hamburg, Bremen und Nordrhein-Westfalen stark gefährdet. Als Fahrradfahrer wurden die Kinder in Bremen, Schleswig-Holstein, Brandenburg, Hamburg und Niedersachsen Opfer von Verkehrsunfällen.

Das Buch bietet genauere Aufstellungen zu einzelnen Städten, nach Einwohnerzahlen und Unfallkategorien. Die Verantwortlichen sehen die Veröffentlichung vor Allem als Möglichkeit, die Politik unter Druck zu setzen. Unfallforscherin Nicola Neumann-Opitz aus Bonn leitete die Studie und sieht nun die entsprechenden Kommunen am Zug, etwas zu ändern: "Anhand der Listen können Gemeinden ihre Unfallzahlen erstmals mit denen anderer vergleichen. Kommunen mit vielen Unglücken müssen die Ursachen suchen und Konsequenzen ziehen." Mit dem "Kinderunfallatlas" können Eltern und Politiker gemeinsam das Problem der Verkehrsunfälle angehen und so die Kinder schützen.

Quelle: FOCUS Online
Bild: Martin Röll (Flickr)

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