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Kirche ist sauer über den Schoko-Jesus

Der Duisburger Frank Oynhausen entwirft, produziert und verkauft seit neuestem Jesus-Figuren aus Schokolade. Damit verärgert der Schoko-Architekt die Kirche nicht zu knapp. In ökumenischer Einigkeit lehnen sowhol die katholische als auch die evangelische Kirche den braunen und süßen Gottessohn ab. Das stört Frank Oynhausen nur wenig, denn der vertreibt den Schoko-Jesus schließlich selbst aus Liebe zu Gott.

Er ist 21 cm hoch und wiegt 100 Gramm. Die Idee zum Jesus aus Vollmilchschokolade kam dem Sozialwissenschaftler Frank Oynhausen beim Spazierengehen. Schnell hat er sich an die Arbeit gemacht, gemeinsam mit dem Chocolatier Arne Homburg stellt er inzwischen den Schoko-Jesus her und vertreibt ihn. Bisher geht der Vollmilch-Christus nur auf Anfrage in Produktion, zum kommenden Osterfest sieht ihn sein 54-jähriger Schöpfer aber schon im Supermarktregal. Wegen der goldigen Verpackung hat Oynhausen seine Kreation "GoldJesus" genannt. Daran wird sich auch nichts ändern, nur weil ihn ein bayerischer Verpackungsfolienhersteller vor kurzem wegen "moralisch-ethischer Bedenken" sitzen ließ. Oynhausen wäre kein frommer Geschäftsmann, wenn er nicht positiv weiterarbeiten würde. Unter dem Namen "Sweetlord" und "GoldJesus" sind außer Süßigkeiten sogar Spielzeuge geplant.

Die Kirchen reagieren ablehnend. Die Katholiken vertrauen auf den Verstand ihrer Kirchengänger. "Für uns ist das nur eine kitschige Darstellung. Wir gehen davon aus, dass die Menschen selbst ein hinlänglich gutes Gespür für diese Art Jesus-Darstellung haben", sagte eine Sprecherin des Erzbistum Köln. Die evangelische Kirche sieht eher praktische Hemmnisse, EKD-Sprecher Udo Hahn sagt: "Die Schokolade kann noch so gut sein, reinbeißen würde ich da trotzdem nicht."

Frank Oynhausen versteht die Ablehnung nicht, da er selbst gläubig ist. "Mir ging es um die Darstellung einer Figur, die Nächstenliebe und den Einsatz für Schwächere symbolisiert", so Oynhausen. Für einen späteren Verkauf in den USA hat sich der listige Christ bereits den Namen "Sweetlord" sichern lassen. Ob der Verkauf Übersee auch so gut funktionieren wird, ist fraglich. Im letzten Jahr wurde ein 1,80 m großer Schokoladen-Jesus in einer New Yorker Kunsthalle ausgestellt, nach lautstarken Protesten aber wieder entfernt. Aber gut, Oynhausen muss ohnehin erst mal den deutschen Markt erobern. Dazu kann man beitragen, indem man für 15 Euro über www.GoldJesus.de einen Schoko-Jesus bestellt.

Wie findet ihr den Schoko-Jesus? Würdet ihr in essen wollen? Stimmt ab

Quelle: Welt Online, GoldJesus.de

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