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Kölner Stadtarchiv eingestürzt

In Köln ist das Historische Stadtarchiv in der Severinstraße eingestürzt. Gestern Nachmittag fiel das vierstöckige Gebäude in sich zusammen, riss zwei Nachbarhäuser mit. Die Katastrophe kündigte sich nur wenige Minuten zuvor durch ein Knirschen und heftiges Ruckeln wie bei einem Erdbeben an. Erst heute können die Bergungsarbeiten beginnen.

Laut "Welt Online" sei bislang noch immer nicht klar, wie viele Menschen unter den Trümmern verschüttet worden seien. Der Direktor der Kölner Feuerwehr gab an, dass es keine konkreten Vermisstenmeldungen gäbe, das heißt jedoch nicht, dass sich alle Besucher und Mitarbeiter aus dem einstürzenden Gebäude retten konnten. "Hinter mir klappte das Gebäude zusammen. Es waren mit Sicherheit noch Leute drin", sagte z.B. der mit dem Schrecken davon gekommene Paul S., der im Historischen Stadtarchiv für seine Doktorarbeit recherchierte. Nicht länger als 30 Sekunden habe der Einsturz gedauert, anschließend sei die Umgebung ebenso schnell in eine dunkle Wolke aus Staub und Schutt gehüllt gewesen.

Wenige Minuten nach dem Einsturz erreichten Rettungskräfte den Unglücksort, mehr als 200 Sanitäter und Ärzte kümmerten sich um die verletzten und unter Schock stehenden Mitarbeiter, Besucher und Passanten. Dirk Schnaubert von der Rettungshundestaffel sagte der "Bild": "Wir richten uns bei diesem großen Unglücksort darauf ein, dass der Einsatz bis zu drei Tage dauert." Zunächst musste das Gelände mit rund 1000 Kubikmetern Beton verhüllt werden, erst danach ist es ohne Gefahr betretbar. Die Zahl der möglichen Vermissten schwankt je nach Berichterstattung. Zunächst war man von neun Vermissten ausgegangen, am frühen Morgen war dann von zwei bis fünf Personen die Rede. Der "Kölner Stadtanzeiger" geht hingegen davon aus, dass mit bis zu 30 Toten gerechnet werden müsse.

Nahe des Stadtarchives werden in Köln zur Zeit Grabungen für den Bau der unterirdischen Nord-Süd-Bahn durchgeführt. Ein Erdrutsch in der gigantischen Baustelle hat vermutlich zum Einsturz des Gebäudes geführt. Mitarbeiter des Stadtarchives haben bereits schwere Vorwürfe gegen die Stadt erhoben. Schon vor einiger Zeit hätten sich die Mängel des Gebäudes angedeutet und man habe auf Hinweise nicht reagiert. Neben der Suche nach genauen Ursachen findet alsbald also auch eine Suche nach möglichen Schuldigen statt. Nun bleibt erst ein Mal abzuwarten ob, und wenn ja, wie viele Menschen dem Einsturz des Historischen Stadtarchivs in Köln zum Opfer gefallen sind.

Bild: LaPresse

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