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Krawalle und Unruhen in Athen

Schon die dritte Nacht in Folge erlebte die griechische Hauptstadt Athen schwere Unruhen und Verwüstungen. Das Zentrum der Metropole gleicht einem Bürgerkriegsszenario, Läden stehen in Flammen und die Polizei liefert sich Kämpfe mit den Randalierern. Seit am Samstag Nachmittag ein 15-jähriger Demonstrant von einem Polizisten erschossen wurde, gehen die Menschen überall auf der Welt hinaus auf die Straßen, in Athen ist die Gewalt allerdings längst eskaliert.

Der Schüler Andreas-Alexandros Grigoropoulos erlag den Schussverletzungen, die ihm ein Polizist am Samstag bei Krawallen zugefügt hatte. Seither lassen die meist jugendlichen Randalierer ihrer Wut freien Lauf und richteten Nacht für Nacht Verwüstung an in Athen. Mehr als 100 Menschen sollen bereits verletzt worden sein. Rund 70 Banken, Läden und Privatwohnungen sind beschädigt worden, die Randalierer richteten einen Sachschaden von über 100 Millionen Euro an. Aber nicht bloß in Athen wird von derartigen Ereignissen berichtet, auch in mindestens neun anderen Städten regiert Chaos, landesweit sollen über 500 Einrichtungen zum Teil schwer beschädigt sein.

Unter den 173 festgenommenden Menschen befinden sich auch zahlreiche Plünderer, berichtet die Polizei. Seit 4000 gewaltbereite Linksautonome das Stadtzentrum einnahmen ist kaum noch zu unterscheiden, wer Dieb und wer Demonstrant ist. Durch das Gemisch von Flammen und Tränengas, das die Stadt überzog, litten hunderte Athener an Atemschwierigkeiten. Gestern verbrachten über 500 Arbeitskräfte der griechischen Hauptstadt den Tag damit, die Straßen von verbrannten Autowracks zu befreien, bevor es am Abend wieder losging. Sogar in der Technischen Universität verbarrikadierten sich mehrere Dutzend Demonstranten. Ab Mitternacht hat sich die Lage etwas beruhigt, heute werden hunderttausende Studenten und Schüler zur Trauerfeier von Andreas-Alexandros Grigoropoulos erwartet. Die Sicherheitskräfte sind weiter in höchster Alarmbereitschaft, da für den Nachmittag weitere Demonstrationen der Autonomen angekündigt sind.

Der griechische Ministerpräsident Konstantinos Karamanlis kündigte an, dass alles nötige getan werde, um den Tod des 15-Jährigen aufzuklären. Der 37 Jahre alte Polizist, dessen Kugeln den Jungen töteten, beteuert nur Warnschüsse abgegeben zu haben. Nun soll geklärt werden, ob ein Querschläger den Schüler umgebracht hat. Schon seit Jahren kommt es immer wieder zu Kämpfen zwischen Polizei und Gewaltbereiten in Griechenland, die Demonstranten drücken meistens ihren Unmut über die konservative Regierung aus. Auch wenn Athens Polizei in diesem Fall vielleicht zu Recht am Pranger steht, stellte Karamanlis dennoch klar: "Niemand hat das Recht, diesen tragischen Vorfall als Alibi für Aktionen der rohen Gewalt zu missbrauchen, für Aktionen gegen unschuldige Menschen, gegen ihr Eigentum, gegen die ganze Gesellschaft und gegen die Demokratie."

Demonstranten liefern sich Straßenschlachten mit der Polizei

Während die Demonstranten in Athen also mit einem strengen Durchgreifen der Polizei rechnen müssen, kam es u.a. in Hamburg und London zu friedlichen Demonstrationen vor den griechischen Botschaften. Nun bleibt zu hoffen, dass sich die Lage nach den Unruhen in Athen auch bald wieder beruhigt.

Quelle: Stern.de, FOCUS Online, Welt Online
Bild: YouTube

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