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Kriminalität geht zurück - Jugendgewalt nimmt zu

Am Donnerstag ist die polizeiliche Kriminalstatistik des letzten Jahres in Berlin vorgestellt worden. Insgesamt sind die Zahlen weiter zurück gegangen, was der CDU-Politiker und Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble als erfreulich bewertete. Besorgniserregend hingegen seien die Statistiken zur Gewaltbereitschaft jugendlicher Krimineller. Gefährliche und schwere Körperverletzung sind nämlich bei Verdächtigen um 6,3 Prozent gestiegen.

Alles in allem sind in Deutschland im letzten Jahr weniger als 6,3 Millionen Straftaten erfasst worden. Mehr als die Hälfte (55%) davon sind aufgeklärt worden, eine ähnlich gute Quote wie im Vorjahr. Während gerade im Bereich der Computerkriminalität die Zahlen noch eher steigen, betonte der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Jörg Schönbohm, die Erfolge in der Bekämpfung von Massendelikten: "Unser Land ist wieder ein Stück sicherer geworden."

Bei weiterer Betrachtung wird nur allzu deutlich klar, dass von Sicherheit nur bedingt gesprochen werden kann. Denn die Jugendkriminalität ist gleichzeitig weiter angestiegen auf 2,3 Millionen Tatverdächtige. Der Anteil von ausländischen Jugendlichen ist dabei allerdings weiter zurückgegangen. Auch die Gewaltkriminalität ist leicht gestiegen auf 218.000 Delikte.

Nach wie vor gibt es keine Lösungen und vielfältige Gründe für die alarmierenden Zahlen zur Gewaltbereitschaft bei Jugendlichen. Erneut ist die Rolle von Alkohol in diesem Zusammenhang angesprochen worden. Man sei zwar auf die Zusammenarbeit mit Behörden, Schulen und Einrichtungen für Jugendliche angewiesen, die meiste Verantwortung liege jedoch in der Erziehung durch die Eltern. Mit "großer Sorge" würden das Problem krimineller und gewaltbereiter Jugendlicher betrachtet werden. Immerhin würden Taten inzwischen häufiger und früher angezeigt werden, so dass die entschlossene Bereitschaft zur Bekämpfung des Problems erkennbar sei.

Quelle: ksta.de

Bild: Angus Stewart (Flickr)

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