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La Repubblica verklagt Silvio Berlusconi - Die Luft wird immer dünner

Die italienische Tageszeitung "La Repubblica" verklagt Silvio Berlusconi und vier italienische Uni-Dozentinnen werfen ihm in einem offenen Brief an alle First Ladys der Welt Sexismus vor. Italiens Ministerpräsident hat momentan Probleme an vielen Fronten. Die Geschichte um seine Geliebte holt ihn immer wieder ein. Und ständig kommen neue pikante Stories hinzu.

Langsam wird es peinlich für Silvio Berlusconi. Seit Wochen kommt er in den Medien nur noch in Verbindung mit schönen Frauen vor, denen er eindeutige Angebote gemacht haben soll. Eine davon ist Patrizia D'Addario. Die 42-Jährige arbeitete früher als Prostituierte. Heute ist sie als so genannte "Escortlady" unterwegs, ein etwas feinerer Begriff für eine Frau, die bezahlte Freuden anbietet.

Berlusconi soll mit der Dame im Bett gewesen sein und ihr dafür eine politische Gegenleistung versprochen haben, so berichtet Welt online. Da diese allerdings wohl bis heute ausblieb, spielte D'Addario der Tageszeitung "La Repubblica" Tonbandaufnahmen zu, die die Treffen mit dem Ministerpräsidenten dokumentieren. Berlusconi sei deutlich mit den Worten "Warte auf mich im großen Bett" zu hören.

Da "La Repubblica" schon länger über das Privatleben des Ministerpräsidenten berichtet und immer wieder Skandälchen enthüllt, schlug dieser jetzt bei einem Treffen mit jungen Unternehmern in Lingurien vor, einen Anzeigenboykott über die Zeitung zu verhängen. Laut dem Schweizer Magazin "20 Minuten online" wirft er "La Repubblica" staatsgefährdende Machenschaften vor. Der Mutterkonzern der Zeitung L'Espresso will Berlusconi nun wegen dieser Aussage verklagen. Doch der Ministerpräsident reagiert gelassen. Ist er doch aufgrund eines von ihm erarbeiteten Gesetzes vor strafrechtlicher Verfolgung geschützt.

Die Faxen dicke haben jedenfalls vier italienische Uni-Dozentinnen für Sozialpsychologie. Chiara Volpato, Angelica Mucchi Faina, Anne Maass und Marcella Ravenna werfen Silvio Berlusconi in einem offenen Brief an alle First Ladys der G8-Staaten Sexismus und frauenfeindliches Verhalten vor. Den Frauen der Staatsoberhäupter legen die Akademikerinnen nahe, den G8-Gipfel zu boykottieren, um klar zu machen, dass die Entrechtung aller Frauen in einem Land, die Frauen aller Länder beleidige. So oder so, die nächsten Wochen werden schwer für Silvio Berlusconi, denn er sieht einer Klage der Tageszeitung "La Repubblica" entgegen und muss sich von den vier Uni-Dozentinnen den Vorwurf des Sexismus gefallen lassen.

Bild: Fabio Venni (Flickr)

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