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Landtagswahlen: Schlappen für CDU und SPD

Bei den Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und dem Saarland hat die CDU, die in allen drei Ländern den Ministerpräsidenten stellte, teilweise erhebliche Verluste hinnehmen müssen. Linke Bündnisse sind möglich, obwohl auch die SPD Prozentpunkte verlor. Nur Sachsen votierte klar für eine CDU/FDP-Koalition.

Insgesamt 13 Prozent verlor die CDU im Saarland, sie rutschte von 47,5 auf 34,5 Prozent ab. Auch die SPD musste Einbußen hinehmen, aber nicht so starke. Sie fiel von 30,8 auf 24,5 Prozent ab. Klarer Sieger ist Oskar Lafontaine mit seiner Linkspartei. In seinem Stammland schoss seine Partei raketenartig von 2,3 auf 21,3 Prozent. Auch die FDP mit 9,2 Prozent und die Grünen mit 5,9 Prozent konnten zufrieden sein. Im Saarland sieht es nun nach einer rot-rot-grünen Koalition aus, auch wenn die SPD immer wieder betonte, auf Bundesebene nicht mit den Linken koalieren zu wollen.

In Thüringen ist die Linkspartei zweitstärkste Fraktion. Sie steigerte sich leicht von 26,1 auf 27,4 Prozent. Die CDU verlor auch dort stark. Sie fiel von 43 auf 31,2 Prozent. Die SPD freute sich über Gewinne. Bei einem Ergebnis von 18,5 Prozent fiel der Jubel aber dennoch verhalten aus. Die FDP erzielte 7,6 Prozent, die Grünen 6,2 Prozent. Auch hier wäre eine Regierung aus SPD, Linke und Grüne möglich. Allerdings würden dann die Linken den Ministerpräsidenten stellen, was wohl zu demütigend für die SPD wäre. Deswegen sieht es in Thüringen eher nach einer großen Koalition aus.

In Sachsen herrschen dagegen klare Verhältnisse. Die CDU verlor nur minimal und erzielte 40,2 Prozent. Aufgrund einer starken FDP mit 10 Prozent, wird es eine schwarz-gelbe Regierung geben. Die SPD verlor in Sachsen nicht, aber bei einem Ergebnis von 10,2 Prozent dürfte der Jubel darüber eher zurückhaltend ausfallen. Die Linkspartei verlor zwar, ist mit 20,6 Prozent trotzdem zweitstärkste Partei. Die Grünen erreichten hier 6,4 Prozent.

Was diese Ergebnisse nun für die Bundestagswahl aussagen, darüber könnte man streiten. Zum einen scheint es ein klares Votum gegen die bestehende große Koalition zu sein, denn sowohl CDU als auch SPD büßten Stimmen ein. Die Parteien sehen das natürlich anders. Die CDU sieht einerseits durch eine erstarkte FDP den Wunsch nach einer schwarz-gelben Regierung. Die SPD liest aus den Ergebnissen eher ein Votum gegen die CDU. Der Wähler wird Ende September entscheiden. Die Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und dem Saarland sehen die großen Parteien jedenfalls vorerst als Verlierer.

Bild: André Walter (Flickr)

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