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Lebenslänglich für Fritzl

Nach drei Tagen, einem Geständnis und einem Urteil endet der Prozess um den Inzestskandal von Amstetten mit 'Lebenslänglich'. Der Angeklagte Josef Fritzl wurde in allen ihm vorgeworfenen Anklagepunkten schuldig gesprochen und muss nun eine lebenslange Haftstrafe antreten.

Seit Beginn des Prozesses am Dienstag sorgte der spektakuläre Fall wieder für Schlagzeilen im Stundentakt. Zunächst verdeckte Fritzl sein Gesicht zur Verwunderung aller mit einem blauen Aktenordner. Anschließend bekannte er sich in mehreren Anklagepunkten "nicht schuldig" bzw. "teilweise schuldig". Von Anfang an räumte Fritzl ein, dass er seine Tochter 24 Jahre lang gefangen gehalten und mit ihr sieben Kinder gezeugt hatte. Bis gestern sah er sich aber nicht in der Schuld am Tod des 1996 geborenen Kindes wenige Tage nach der Geburt.

Nach dem ersten Prozesstag kam dann plötzlich der Sinneswandel. Wie "Focus Online" berichtete, bekannte sich Fritzl schließlich doch schuldig. Nun zeigte er Reue, seine letzten Worte am gestrigen Vehandlungstag lauteten: "Ich bereue aus tiefstem Herzen, was ich meiner Familie angetan habe. Ich weiß, dass ich es nicht mehr gut machen kann, das Einzige was ich tun kann, ist den Schaden so weit wie möglich zu begrenzen." Staatsanwältin Christiane Burkheiser warnte die Geschworenen davor, "in die Fall zu tappen". Das späte Schuldeingeständnis ziele nur darauf ab, ein milderes Urteil zu erreichen.

In der "Zeit" war zu lesen, dass sich sogar Fritzls Tochter Elisabeth am letzten Prozesstag zu einer Aussage durchgerungen hat, um ihren Vater lebenslang hinter Gittern zu wahren. Die Geschworenen kamen dieser Forderung der Staatsanwaltschaft schließlich heute Mittag nach und sprachen den 73-Jährigen "schuldig" in allen Anklagepunkten. Zuletzt haben sicher auch die Gutachten zu Josef Fritzls gestörter Persönlichkeit einen Einfluss auf das Urteil gehabt. Die Sachverständige Adelheid Kastner nannte Fritzl eine "stark gestörte Persönlichkeit" mit einem großen Herrscherdrang über andere. Da durch den Prozess seine Lügen wie ein "Kartenhaus" zusammengebrochen seien, bestehe außerdem eine hohe Suizidgefahr.

Fritzl sagte unbeeindruckt: "Ich nehme das Urteil an." Er wird ab sofort eine lebenslange Haftstrafe in einer psychiatrische Haftanstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher absitzen. Mit dem Urteilsspruch im Inzestskandal von Amstetten endet einer der spektakulärsten Rechtsfälle der österreichischen Justiz.

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