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Libyens Regierungschef Ali Seidan nach Entführung wieder frei

Libyens Regierungschef Ali Seidan ist wieder frei: Unklar sind bisher der Grund seiner Entführung sowie die genauen Umstände seiner Freilassung.

Der Ministerpraesident Libyens war am heutigen Donnerstagmorgen aus dem Hotel Corinthia in der libyschen Hauptstadt Tripolis von bewaffneten Truppen entführt entführt und an einen unbekannten Ort gebracht worden.

Die Milizen wollten ihre Tat als Vergeltungsschlag für die vorangegangene Festnahme des al-Qaida-Kommandeurs Abu Anas al-Libi verstanden sehen. Einen Schusswechsel gab es bei der Entführung offenbar nicht. Der Fernsehsender al-Arabija veröffentlichte Fotos, welche die Kampftruppen in ziviler Kleidung den libyschen Regierungschef umringend zeigten. Offenbar sollen sie frühere Rebellen und Beteiligte am Aufstand gegen den ehemaligen libyschen Diktator Muammar al-Gaddafi gewesen sein.

In Tripolis war die Entführung ein weiterer Schritt im Machtkampf der Stammesmilizen, die aus der Rebellenkoalition hervorgingen, welche 2011 al-Gaddafi stürzten. Allerdings zerbrach nach dem Tod des Diktators frühzeitig die Koalition der Rebellen. Seither herrscht ein erbitterter Streit um Geld und Macht in Libyen zwischen den paramilitärischen Truppen. Die einen wollen einen islamistischen Staat, andere verfolgen ihre eigenen, oftmals unpolitischen Ziele. Das libysche Innenministerium unternahm daraufhin den Versuch, die Rebellen staatlichen Strukturen zu unterstellen. Die meisten Truppen behielten jedoch ihre Unabhängigkeit bei und handeln auf eigene Faust.

Eine dieser eingegliederten Milizen, sie nennt sich "Kommandoraum der Revolutionäre Libyens", bekannte sich am heutigen Donnerstagmorgen zu der Entführung. Ein Rebellensprecher bestätigte gegenüber dem Fernsehsender al-Arabija: "Die Festnahme erfolgt nach dem Statement von John Kerry, in dem dieser sagte, dass die libysche Regierung vorab von der geplanten Festnahme von [al-Qaida-Kommandeur] Abu Anas al-Libi informiert war." Über Facebook ergänzten sie, Seidan hätte gegen Bestimmungen des Strafgesetzbuches verstoßen, stehe einer korrupten Regierung vor und sie werden alle Ausländer aus Libyen vertreiben "auf nicht offizielle Weise" als Reaktion auf die Verschleppung von al-Libi.

Abu Anas al-Libi, ein Kommandeur der al-Qaida, war von einem US-Spezialkommando am vergangenen Wochenende gefangen genommen und außer Landes gebracht worden. Seidan versicherte daraufhin den Angehörigen von al-Libi, man werde alles unternehmen, "um seine Rechte zu garantieren".

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