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Lokführer streiken nach Zugunglück in Belgien

Einen Tag nach dem verheerenden Zugunglück in Belgien ist man noch immer auf der Suche nach den genauen Ursachen für die Katastrophe. Sicher ist bislang lediglich die traurige Ziffer der verletzten und getöteten Passagiere – so kamen bei dem Unglück in der Nähe von Brüssel 18 Menschen ums Leben, 162 Insassen wurden verletzt, zehn bis elf davon schwer.

Um 8.30 Uhr am gestrigen Montag ereignete sich der Zusammenstoß – die Züge waren durch Berufspendler nahezu komplett gefüllt. Aus bislang noch ungeklärten Ursachen knallten dann zwei Regionalzüge beinahe ungebremst ineinander. Nach bisherigem Kenntnisstand hatte wohl einer der beiden Lokführer ein Haltehinweis übersehen – warum aber die zahlreichen Sicherheitssysteme nicht griffen, ist bislang völlig unklar.

Der Unfallort glich im Anschluss einem Schlachtfeld, die beiden Triebwagen waren völlig ineinander verkeilt und teile der Züge waren durch die Wucht des Aufprall entgleist. Es dauerte Stunden ehe Rettungskräfte die zahlreichen Verletzten und Toten aus den Trümmern befreit hatten. Sicherlich spielten auch die schlechten Witterungsbedingungen eine Rolle – nach lang anhaltendem Schneefall waren Gleise und Strecken in großem Maße vereist.

Nun also muss die Frage nach der Schuld gestellt werden. Die Lokführer in ganz Belgien reagierten auf das Zugunglück mit einem flächendeckenden Streik – sie machen explizit auch die schlechten Arbeitsbedingungen mit Überlastung und Unterbesetzung für die Katastrophe verantwortlich. So kritisierten die Gewerkschaften explizit den Personalmangel.

In der Kritik dürfte somit in den kommenden Tagen und Wochen insbesondere die Staatsbahn SNCB stehen, muss ihr möglicherweise einen gehörige Portion Mitschuld an dem Unfall gegeben werden? Während die Identifizierung der Opfer nach dem Zugunglück in Belgien teilweise noch andauert, versuchen Experten also in den kommenden Tagen Licht in das Dunkel zu bringen.

Quelle: Spiegel.de
Bild: YouTube

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