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Loveparade-Dokumentation: Veranstalter beschuldigt Polizei

Loveparade-Veranstalter Lopavent geht bei der Frage um die Schuld für die Loveparade-Katastrophe in die Offensive und schiebt mit einer Internetseite und einem selbst produzierten Dokumentarfilm der Polizei den Schwarzen Peter zu. Das ganze ist ein vorläufiger Höhepunkt in einem unsäglichen Streit zwischen den Instanzen der Loveparade in Duisburg.

Schon seit Wochen schieben sich Stadt, Veranstalter und Polizei die Schuld gegenseitig zu. Nun aber will Lopavent die Schuldfrage endgültig klären und veröffentlicht Aufnahmen von Überwachungskameras. Darauf ist deutlich zu sehen, wie sich die Besucherströme minütlich erhöhen und die Menschenmassen immer dichter gedrängt unter der Brücke stehen.

Wer die Berichte über die Loveparade nicht genau verfolgt hat, dem ist vielleicht entgangen, dass die Polizei kurz vor der Katastrophe drei Polizeiketten bildete. Diese Ketten hält Lopavent für die Ursache der schlimmen Geschehnisse. Die Besucher seien aufgehalten worden, es hätte sich gestaut und als schließlich die Ketten aufgelöst wurden, seien viel zu viele Menschen aufeinander zu gelaufen.

Insgesamt sind auf der Internet Dokumentation Loveparade 22 Stunden Filmmaterial von sieben Überwachungskameras zu sehen. Mit der Veröffentlichung des Materials solle dazu beitragen werden, 'die Vorgänge am 24.7.2010, die zu der Katastrophe geführt haben, nachzuvollziehen und aufzuklären.', erklärten Sprecher der Lopavent laut WELT online. Das Videomaterial läge den Ermittlungsbehörden vor. Aus Rücksichtnahme auf die Opfer und ihre Angehörigen würde nur das Geschehen bis 16.40 Uhr gezeigt.

Mit der Dokumentation versucht wohl Veranstalter Rainer Schaller den Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Dem Fitness-Studiokettenbetreiber laufen angeblich die Kunden weg. Die Sache kommt aber trotzdem nicht gut an. Die Polizei wirft Schaller laut FOCUS online Pietätlosigkeit vor. 'Es wäre das Allerletzte, die Hinterbliebenen im Netz mit den Bildern ihrer sterbenden Angehörigen zu konfrontieren', sagte der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft Rainer Wendt.

Und Duisburg Oberstaatsanwalt Rolf Haferkamp kritisiert, dass das Videomaterial nichts neues beinhalte, dadurch aber Zeugen beeinflusst werden könnten. Verhindern könne man die Internetseite Dokumentation Loveparade der Lopavent, das Filmmaterial von Überwachungskameras bei der Loveparade zeigt, aber nicht.

Der Dokumentarfilm der Lopavent

Bild: YouTube

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